Nebenkosten berechnen und sparen Nebenkosten: Tipps und Tricks

Egal ob Eigenheim oder Mietwohnung: Nebenkosten müssen immer bezahlt werden. Welche Kostenpunkte zu den Nebenkosten gehören, wie teuer sie sind und wie du Nebenkosten sparen kannst, erfährst du hier. 

Nebenkosten
Zusätzlich zur sogenannten Kaltmiete einer Wohnung oder eines Hauses kommen immer noch die Nebenkosten hinzu. Wie hoch diese sind, ist sehr individuell. 

Welche Nebenkosten gibt es und wie hoch sind sie?

Wie hoch die Nebenkosten genau sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Es gibt jedoch RichtwerteDer Deutsche Mieterbund nennt folgende Kostenpunkte als Nebenkosten im Jahr 2018 (die angegebenen Preise verstehen sich als Durchschnittskosten pro Quadratmeter und Monat):
  • Heizung und Warmwasser: 1,03€ 
  • Wasser/Abwasser: 0,34€ 
  • Hauswart/Hausmeister: 0,16 
  • Sach- und Haftpflichtversicherungen: 0,21€ 
  • Grundsteuer: 0,19€ 
  • Aufzug: 0,19€ 
  • Gebäudereinigung: 0,19€ 
  • Müllbeseitigung: 0,18€ 
  • Antenne/Kabelfernsehen: 0,13€ 
  • Gartenpflege: 0,11 € 
  • Allgemeinstrom: 0,05€ 
  • Straßenreinigung: 0,03€ 
  • Schornsteinreinigung: 0,03€ 
  • Sonstige Kosten: 0,04€
Die genauen Kosten können von Bundesland zu Bundesland stark schwanken. So gibt der Deutsche Mieterbund beim größten Kostenpunkt, Heizung und Warmwasser, zum Beispiel eine Preisspanne von 0,69€ bis 1,82€ an. Wie der Deutsche Mieterbund erklärt, liegen die Durchschnitts-Nebenkosten pro Monat und Quadratmeter bei etwa 2,17€.
 
Nicht immer gibt es aber alle der aufgezählten Nebenkosten. Auch bei einem Eigenheim fallen viele der Nebenkosten weg.  Die Kostenpunkte sind in der jährlichen Nebenkostenabrechnung aufgeführt. Damit du jedoch schon vorab weißt, welche Kosten in etwa auf dich zukommen, frag am besten deinen Vermieter, welche Nebenkosten für deine Wohnung anfallen, denn im Mietvertrag müssen in der Regel nicht alle einzeln vermerkt werden.
 
Nicht zu den Nebenkosten gehören zum Beispiel Stromkosten (abgesehen vom Allgemeinstrom also z.B. Licht im Keller/Flur) und Verwaltungskosten sowie Reparaturkosten, bzw. Instandhaltungskosten (also z.B. die Reparatur der Heizung oder Sanitäranlagen).

Nebenkosten sparen - Tipps und Tricks

Nebenkosten zu sparen ist gar nicht so schwer. Etwas Disziplin und Achtsamkeit im Alltag reichen bereits aus, um Kosten einzusparen. Das kommt nicht nur dem eigenen Geldbeutel zugute, sondern auch der Umwelt, denn wer Heizung und Wasser spart, lebt klimafreundlicherSelbstverständlich kann man nicht in allen Punkten sparen. Kosten wie Hausmeister, Straßenreinigung und Co. sind nunmal fix. Aber vor allem bei Heizung und Wasser kann jeder etwas tun. Hier einige Tipps zum Nebenkosten-Sparen: 
  • Dauerhaft gekippte Fenster vermeiden! Stattdessen ein paar Mal täglich Stoßlüften (am besten gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen) 
  • Räume konstant heizen, nicht erst aufheizen und dann durch Lüften auskühlen lassen! 
  • Die Räume nicht überheizen (geeignete Temperatur in Wohnräumen ca. 20°C, im Bad 22°C, Schlafzimmer und Küche: 16°C, Kinderzimmer etwas wärmer). Generell gilt: Die Absenkung der Raumtemperatur um 1 °C spart ca. sechs Prozent der Heizenergie! 
  • Vor dem Lüften die Heizung abstellen. 
  • Heizkörper regelmäßig entlüften
  • Keine Möbel oder Gardinen direkt vor der Heizung platzieren, da die Wärme sich dann nicht so gut im Raum verteilen kann. 
  • Türen zwischen beheizten und weniger beheizten Räumen schließen. 
  • Duschen statt Baden! 
  • Geschirr nicht unter laufendem Wasser abspülen, sondern Spülbecken einmal mit Wasser volllaufen lassen. 
  • Spül- und Waschmaschine nur voll einschalten
  • Spülstopptaste der Toilette benutzen. 
  • Tropfende Wasserhähne sofort reparieren. 
  • Unter der Dusche Wasser während dem Einshampoonieren ausschalten. 
  • Wasser beim Waschen, Rasieren oder Zähneputzen nicht laufen lassen. 

Die Nebenkostenabrechnung

Die Nebenkostenabrechnung, auch Betriebskostenabrechnung genannt, muss vom Vermieter einmal jährlich ausgestellt werden und 12 Monate umfassen. Der Abrechnungszeitraum muss in der Nebenkostenabrechnung vermerkt sein.
 
Schon im Mietvertrag muss der Vermieter vermerken, welche Nebenkosten der Mieter bezahlen muss. Für die gängigen Kostenpunkte reicht dabei die Formulierung „sämtliche Betriebskosten“, es müssen nicht alle einzeln angeführt werden. Explizit erwähnt werden müssen hingegen alle „sonstigen Betriebskosten“, die über die üblichen Punkte hinausgehen (z.B. Wartung der Rauchmelder oder Dachrinnenreinigung).
 
In der Nebenkostenabrechnung müssen außerdem die Gesamtkosten der einzelnen Nebenkostenpunkte ersichtlich sein und welchen Anteil davon der Mieter zahlen muss. Berechnet wird dieser für jeden Nebenkostenpunkt einzelnen durch die sogenannten Verteilerschlüssel bzw. der Umlageschlüssel. Sie müssen ebenfalls in der Nebenkostenabrechnung festgelegt werden und sagen aus, ob die einzelne Kostenpunkte z.B. nach Verbrauch, nach Anzahl der Personen oder nach Wohnfläche berechnet werden. Nebenkosten wie die Heizkosten müssen größtenteils verbrauchsabhängig berechnet werden, damit die Kosten fair sind. Die Regel liegt hier bei 50-70 Prozent, die der Vermieter verbrauchsabhängig abrechnen muss. 
 
Meistens zahlen Mieter bereits eine monatliche Nebenkostenpauschale, die zur Kaltmiete dazu gerechnet wird. Diese muss bei der Nebenkostenabrechnung selbstverständlich berücksichtigt werden. Sind die Kosten niedriger als die Pauschale, sollte die Pauschale im nächsten Jahr herabgesetzt werden.
 
Es empfiehlt sich, die Nebenkostenabrechnung vor der Bezahlung genau zu prüfen!