Einrichtung online kaufen Knifflige Klicks: Worauf man beim Möbelkauf im Netz achten sollte

Gemütlich vom Sofa aus, ganz ohne Hektik und Trubel online shoppen – das klingt verlockend. Wir zeigen, wie der Möbelkauf per Mausklick gelingt, ohne sich im World Wide Web zu verheddern

Moebelkauf per iPad

Das Thema: Größen einschätzen

KNIFFLIG, WEIL Dimensionen nur schwer abzuschätzen sind, wenn man das Möbel nicht in natura vor sich sieht. 
DIE LÖSUNG: Damit der Neukauf
 nicht zum Elefanten im Raum wird, vorab dessen Maße mit leicht abziehbarem Kreppband auf dem Boden abkleben und die anderen Möbel dazu platzieren. So stellt sich ein realistisches Wohngefühl ein. Alternativ können Sie auch maßstabsgetreue Möbel-Dummys aus Karopapier ausschneiden und diese auf einem Grundriss des Zimmers verteilen. 
 

Das Thema: Verhandlungsbasis

KNIFFLIG, WEIL es ohne Verkaufsgespräch im Laden auch keine Rabattverhandlung gibt. 
DIE LÖSUNG: Das stimmt, doch Schnäppchenjäger und Sparfüchse können auch online ein bisschen Geld sparen. Denn häufig geht mit der Anmeldung zum Newsletter ein Willkommens-Rabattcode für den ersten Einkauf einher. In den Mails, die dann immer wieder eintrudeln, wird der Kunde regelmäßig auf Angebote und Rabattaktionen hingewiesen. 

Das Thema: Qualität checken

KNIFFLIG, WEIL sich gerade Materialien wie Holz, Furnier oder Bezugsstoffe sowie deren Verarbeitung am Bildschirm oft nicht ausreichend beurteilen lassen. 
DIE LÖSUNG: Erste Hinweise auf die Qualität einzelner Produkte liefern Online-Kundenbewertungen. Außerdem gibt es viele Shops und Hersteller, wie z. B. Pick a Wood, die auf Anfrage Materialmuster verschicken. Nach Erhalt der kleinen Samples und einem haptischen und optischen Check fällt es meist leichter, ein Möbel zu ordern. 

Das Thema: Servicegespräch führen

KNIFFLIG, WEIL die persönliche Beratung mit einem Experten im Möbelladen für viele angenehmer ist als der Online-Chat oder das Warten in der Telefonschleife. 
DIE LÖSUNG: Manche Online-Händler, wie z. B. Home24, und zahlreiche Möbelmarken unterhalten an ausgewählten Standorten Showrooms. Dort sind
 ein Großteil des Sortiments oder aktuelle Kollektionen 
für die Besucher ausgestellt. Außerdem können Sie Probe sitzen, Materialien begutachten, sich beraten lassen 
und vor Ort bestellen. Auch Pop-Up-Stores, also Läden auf Zeit, finden sich vor allem in Großstädten immer häufiger. Die Plattform popupstores.de hält Sie über aktuelle vorübergehende Geschäfte in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt auf dem Laufenden. 

Das Thema: Muster & Maserungen genau erkennen

KNIFFLIG, WEIL es einen Unterschied macht, ob man kleine Muster und Stoffe sowie Holzmaserungen als Ausschnitt auf dem Bildschirm oder auf der gesamten Fläche des Möbelstücks sieht. 
DIE LÖSUNG: Um dem realen Gefühl für Dessin und Material näher zu kommen, auf jeden Fall die Zoom-Funktion am Rechner nutzen. Häufig lassen sich Produktbilder durch Anklicken vergrößern. 

Das Thema: Den Farbton treffen

KNIFFLIG, WEIL am Bildschirm Farben oft nicht genauso aussehen wie bei dem realen Produkt. 
DIE LÖSUNG Tatsächlich kann man sich nur bei sogenannten kalibrierten Bildschirmen sicher sein, dass die angezeigten Farben auch denen der Realität entsprechen. Auch hier ist es hilfreich, sich vorab vom Online-Shop oder dem Hersteller z. B. Stoffproben schicken zu lassen. 

Das Thema: Lieferbedingungen - Stolperfalle Bordsteinkante

KNIFFLIG, WEIL die Möbel natürlich in und nicht vor die Wohnung geliefert werden sollen. 
DIE LÖSUNG: Bei so manchem Möbelhaus können Sie die Ware selbst abholen. Das ist bei reinen Internet-Händlern in der Regel nicht möglich. Was allerdings meist sehr gut funktioniert, ist die Online-Informationskette zum Bestell- bzw. Lieferstatus. Bevor Sie auf den Bestellbutton klicken, unbedingt die Lieferbedingungen genau prüfen. Denn steht dort „Lieferung bis Bordsteinkante“, heißt das, dass die Möbel vor dem Haus abgestellt werden. Gegebenenfalls lässt sich die „Lieferung bis Wohnung“ und sogar ein Aufbauservice zubuchen. Ist dem so, auch hier vorab eventuell anfallende Zusatzkosten checken. 

Das Thema: Mangelnde Vorstellungskraft

KNIFFLIG, WEIL der Transfer vom zweidimensionalen Bild hin zum dreidimensionalen Produkt im Raum oft schwerfällt. 
DIE LÖSUNG: Augmented Reality oder erweiterte Realität lautet hier das Zauberwort. Dafür braucht es nicht mehr, als Ihr Smartphone oder Tablet und die dazugehörige App des jeweiligen Herstellers oder Händlers, wie z. B. die „Ikea Place“-App von Ikea. Richten Sie die Kamera Ihres Gerätes auf die Stelle im Raum, an der später das neue Stück stehen soll, so können Sie auf dem Display sein Zusammenspiel mit der übrigen Einrichtung beurteilen. Auch bei Produkten, die es, wie z. B. Regalwände, in verschiedenen Ausführungen gibt, können diese Tools hilfreich sein, weil Sie in der App vorab sehen können, wie die unterschiedlichen Größen und Designs im Raum wirken würden. 

Das Thema: Vertrauen

KNIFFLIG, WEIL man Gefahr läuft, z. B. gefälschtes Design zu bekommen. 
DIE LÖSUNG: Qualitätssiegel wie das „Trusted-Shops“-Label sind eine gute Orientierungshilfe, wenn es darum geht, Vertrauenswürdigkeit und Zuver- lässigkeit zu erkennen. Fehlt neben solchen Kennzeichnungen das Impressum oder Regelungen zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), sind Zweifel an der Seriosität des Online-Shops durchaus berechtigt. Die Anforderungen zur Vergabe des Gütesiegels finden Sie unter trustedshops.de 

Im Vergleich: Pro und Kontra Online-Shopping

 
Das spricht dafür Das spricht dagegen
Kein Einkaufsstress in überfüllten Läden, Shopping ohne Ladenschlusszeiten - und das alles ortsunabhängig Der Einzelhandel hat es zunehmend schwerer, vor allem in ländlichen Gegenden und Kleinstädten
Vor allem viele der großen Shops übernehmen im Rahmen des Widerrufsrechts die Retourenkosten CO2-Ausstoß durch zugrückgeschickte Waren. Viele Retouren werden nicht weiterverkauft, sondern vernichtet.
Filterfunktionen ersparen viel Zeit. Man bekommt nur die Dinge angezeigt, die in der Auswahl angeklickt wurden und von Interesse sind Die angezeigten Ergebnisse der Filterfunktion geben keine Auskunft über Materialqualität, Farbechtheit und Details zu Mustern
Große Auswahl und gute Möglichkeiten zum Preisvergleich Face-to-Face-Beratungsgespräch mit geschultem Fachpersonal entfällt. 
Im Internet können auch Möbel von Herstellern geordert werden, von denen es im eigenen Land keinerlei Verkaufsstellen gibt  Auslands- oder Überseelieferkosten können sehr hoch, die Lieferzeiten recht lange sein. Eventuell gelten zudem andere Richtlinien für Retouren

 

Und der Möbelaufbau?

KNIFFLIG, WEIL nicht jeder jedes Möbel selbst aufbauen möchte. 
DIE LÖSUNG: Prüfen Sie vor der Bestellung ganz genau, ob die Ware zerlegt oder montiert geliefert bzw. aufgebaut wird. Wenn die Montage von extern für Sie ein absolutes Muss ist, sollten Sie ausschließlich
bei Shops einkaufen, die diesen Service anbieten. Auch hier heißt es: Achten Sie auf versteckte Zusatzkosten. 

Wie Sie seriöse Shops erkennen

Iwona Husemann, Juristin und Rechtsreferentin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, klärt auf:
 
Welche Anhaltspunkte verraten, ob
 ein Online-Shop unseriös arbeitet? 
Damit Sie nicht auf einen Fake-Shop hereinfallen, achten Sie auf folgende Punkte: Ist die Internetadresse auffällig? Werden ausschließlich unsichere Zahlungsweisen angeboten? Ist der
 Preis auffallend günstig? Werden
 falsche Gütesiegel verwendet? Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verständlich und vollständig? Gibt es
 ein Impressum? Weitere Hinweise, wie man Fake-Shops erkennt, finden Sie 
unter verbraucherzentrale.nrw/wissen.
 
Was kann man tun, wenn man nach der Warenannahme Mängel festgestellt hat? 
Mängel sollten dem Händler umgehend angezeigt werden, damit diese durch eine Ersatzlieferung oder Reparatur beseitigt werden können.
 Möbel sind häufig recht kostspielig.
 
Was ist das sicherste Bezahlsystem im Netz? 
Die sicherste Bezahlweise ist Kauf auf Rechnung, weil man die Ware erst dann bezahlt, wenn man sie auch tatsächlich hat und nicht in Vorleistung geht.