Kleiderschrank organisieren Den Kleiderschrank ausmisten und sortieren

Im Kleiderschrank ist es oft schwer, Ordnung zu halten. Die Kleidungsstücke werden mehr, Übersicht und Ordnung weniger. Wir zeigen dir, wie du deinen Kleiderschrank am besten ausmistest und sortierst. 

Die richtige Kleiderschrankaufteilung für Jeden

Ein geordneter Kleiderschrank ist das A und O, um ohne jeglichen Stress in den Tag zu starten. Die Devise: Ein System muss her! Clevere Kleiderschranklösungen, die für ausreichend Ordnung und Übersicht sorgen, sind somit ein Muss. 

Die richtige Ausstattung für den Kleiderschrank

Mit diesen Komponenten hast du lange Freude an deinem Schrank und behältst immer den Überblick: 

1. Basismöbel und Türen des Kleiderschranks

Wer sich einen Schrank anschafft, ist ohne Frage an die Raumgröße gebunden. Als Richtwert für die Maße des Schranks gilt jedoch: pro Person mindestens einen Kubikmeter Volumen, besser noch 1,5 Kubikmeter – das entspricht in etwa 120x220x60 cm. Als Türen eignen sich am besten Schwebe- bzw. Schiebemodelle, weil sie geöffnet nicht in den Weg ragen, oder platzsparende Faltmodelle. 
 

2. Fachböden und offene Regale im Kleiderschrank

Offenen Stauraum benötigst du in erster Linie für große Textilien wie Bettwäsche, Handtücher oder dicke Pullover. Auch Boxen, in denen selten Benötigtes verschwindet, sind hier gut aufgehoben. Du möchtest auch Schuhe im Schrank aufbewahren? Dann am besten in Fächern mit Schuhkippern. Und noch ein Tipp: Eine ausziehbare Ablage auf etwa „Bügelbretthöhe“ (ca. 95 cm) kann dir wertvolle Dienste beim Zusammenlegen leisten.  
 

3. Schubladen und Ordnungseinsätze für den Kleiderschrank

Wer es sich aussuchen kann, sollte der Übersicht wegen ausreichend Schubladen einplanen. Hinein gehören Unterwäsche, Socken, Shirts, leichte Pullis und Accessoires. Immer praktisch: Glasfronten oder -einsätze, durch die Sie den Inhalt sehen können, und spezielle Unterteilungen für Gürtel, Tücher, Krawatten und Schmuck. 
 

4. Kleiderstangen und Hängeauszüge im Kleiderschrank

Kleider, Röcke, Blusen, Hemden, Tops, Jacken, Anzüge, Blazer, Hosen und Cardigans – sie alle hängen idealerweise auf Bügeln. Schon die Liste zeigt, dass an Kleiderstangen auf unterschiedlichen Höhen nicht gespart werden sollte. Um die Garderobe knitterfrei zu halten, solltest du nur 90 Prozent der Stange behängen. Für einige Kleidungsstücke lohnen sich spezielle Aufhängungen, wie z.B. Hosenhalter zum Herausziehen oder Kleiderlifte, die mithilfe einer Stange nach unten gezogen werden können. 
 

5. Licht und Innenraumbeleuchtung im Kleiderschrank

Gleichmäßig ausgeleuchtet lassen sich nicht nur dunkle Töne besser unterscheiden, du findest dein Outfit auch schneller. Optimal sind Aufbauleuchten an der Schrankoberseite und zielgerichtetes Licht im Innern. Natürlich können Sie die Beleuchtung auch nachrüsten, innen u. a. mit LED-Streifen zum Ankleben (z.B. „SimpLED Strip“, ca. 20 Euro, Paulmann) oder kabellosen LED-Spots. 

Kleiderschrank organisieren: Accessoires unterbringen

Auch für die Chaosfalle „Accessoires“ solltest du dir genau überlegen, wo und vor allem wie diese untergebracht werden. Ganz egal, ob es sich dabei um die Schmuck, Gürtel oder Krawatten handelt – je schneller der Griff, desto weniger entwickeln sich die Ablageorte zum Rumpelkammern. Wir raten dir also, die vorhergesehenen Schubladen mit einzelnen Fächern auszustatten. So bekommt jedes Einzelteil seinen festen Platz. Das sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern bringt dich gleich noch schneller aus dem Haus, weil du keine Zeit mehr damit verbringen müssen, im Kleiderschrank etwas zu suchen.

Den Kleiderschrank ausmisten und sortieren: 3 Techniken

Für die Organisation des Kleiderschranks gibt es drei verschiedene Möglichkeiten: 
  • Die 3-Kisten-Methode 
  • Die Glücksmethode 
  • Die 5-S-Methode 

Die 3-Kisten-Methode zum Aussortieren des Kleiderschranks

Wer schnell Ergebnisse beim Ausmisten sehen möchte, liegt mit diesen Ansätzen aus dem Feng-Shui richtig. Diese Methode ist schnell und spontan: Entschieden wird nach den drei Kisten „Behalten“, „Weggeben“ und „Entsorgen“. Sie ist nebenbei anwendbar und lässt sich gut in den Alltag integrieren. 
  • Diese Fragen solltest du dir bei jedem Kleidungsstück stellen: Wann habe ich das Kleidungsstück, das Paar Schuhe oder das Accessoire zuletzt getragen? Und passt es überhaupt noch? 
  • Der Zeitaufwand ist gering, da man ohne große Vorplanung loslegen kann, direkt ausmistet und schnell Resultate sieht. 
  • Nachhaltigkeit: Aussortiertes soll weitergereicht werden: entweder an Secondhand oder online verkaufen, verschenken oder an soziale Einrichtungen spenden. 
Die 3-Kisten-Methode ist perfekt für jemanden, der wenig Motivation fürs Ausmisten aufbringen kann und klare Entscheidungshilfen braucht. 
 

So funktioniert die 3-Kisten-Methode 

Wenn du dich für die 3-Kisten-Methode zum Aussortieren deines Kleiderschranks entschieden hast, solltest du so vorgehen: 
 
Schritt 1: Vorbereiten  
Stell dir drei Kisten, Wäschekörbe oder Müllsäcke bereit und beschrifte je einen davon mit den Begriffen „Behalten“, „Weggeben“ oder „Wegwerfen“.  
 
Schritt 2: Aussortieren 
Gehe deinen Kleiderschrank durch und entscheide, in welche Kiste jedes einzelne Stück wandert. Was gefällt und passt, darf bleiben, was noch tragbar ist, wird verschenkt oder gespendet, Schadhaftes wird sofort entsorgt. 
 
Schritt 3: Verkaufen 
Alles aus der Weggeben-Kiste kannst du zu Geld machen, z. B. über Secondhand-Läden, Ebay, die Apps Kleiderkreisel und Shpock, auf einem Flohmarkt oder du spendest es, siehe Schritt 4.  
 
Schritt 4: Spenden 
Wer Gutes tun möchte, bringt die Klamotten aus der Weggeben-Kiste zu Hilfsorganisationen, wie z. B. Kleiderkammer von DRK oder Caritas oder Sozialkaufhäuser.  
 
Schritt 5: Einräumen 
Wenn du deinen Schrank zuvor nicht ausgeräumt hast, bist du nun fertig. Andernfalls müssen jetzt die Behalten-Klamotten wieder hinein. Nach welchem System? Anregungen und Tipps gibt die 5-S-Methode. 

Die Glücksmethode zum Ausmisten des Kleiderschranks

Ballast abwerfen und frei nach Aufräumexpertin Marie Kondo dauerhaft mehr Wohlgefühl gewinnen. Diese Methode ist strukturiert und radikal. Können die folgenden beiden Fragen nicht mit Ja beantwortet werden, muss das Kleidungsstück weg: 

  • Diese Fragen solltest du dir bei jedem Kleidungsstück stellen: Wie stehe ich zu dem betreffenden Teil meiner Garderobe? Macht es mich glücklich? Und brauche ich es wirklich noch? 
  • Der Zeitaufwand ist größer, weil nach Kleidungskategorien aussortiert wird und nicht wild durcheinander 
  • Nachhaltigkeit: Die aussortierten Klamotten sollen restlos entsorgt werden. (Spenden wäre ein probates Mittel.) Unnötiges Shoppen und Konsum sollen jedoch dauerhaft ausbleiben. 
Diese Methode ist für jemanden geeignet, der mit weniger auskommen möchte: Du erhältst durch diese Methode einen minimalistischen Kleiderschrank: Nur das, was glücklich macht, bleibt. Du besitzt nur noch wenige, dafür geliebte Stücke. 
 

So funktioniert die Glücksmethode

Wenn du dich für die Glücksmethode zum Aussortieren deines Kleiderschranks entschieden hast, solltest du so vorgehen: 
 
Schritt 1: Gruppieren 
Trage all deine Klamotten aus der ganzen Wohnung zusammen und sortiere sie nach Oberteilen, Hosen/Röcken, Kleidern, Unterwäsche/Socken sowie Jacken/Mäntel, Sportsachen und Accessoires.  
 
Schritt 2: Befragen 
Nimm nun jedes Kleidungsstück einer Kategorie in die Hand und frage dich: „Machst Du mich glücklich? Brauche ich Dich?“ Nur bei zweimal Ja darf das Teil bleiben.  
 
Schritt 3: Loslassen  
Erschrecke nicht, wie rasch der Nein-Textilberg wächst. Ziel ist es, Ballast abzuwerfen, allein das zu tragen, was Freude bereitet und nur das wirklich Wichtige zu behalten. Alles andere: weg damit!  
 
Schritt 4: Falten 
Lege deine Lieblingsstücke zusammen: Oberteile wie gewohnt, dann aber nicht stapeln, sondern mittig noch mal zu einem Päckchen falten und dieses mit dem Falz nach oben in Schübe sortieren. Hosen, Kleider, Blusen etc. gehören auf Bügel.  
 
Schritt 5: Verstauen 
Jedes Teil bekommt seinen festen Platz im Schrank oder an der Garderobe, an den es nach dem Tragen oder Waschen zurückkommt. 

Die 5-S-Methode zum Sortieren des Kleiderschranks

Die fünf S stehen für die fünf Schritte zum Erfolg – inspiriert von einem japanischen System zur Prozessoptimierung. Diese Methode ist stetig und organisiert und fokussiert sich weniger auf das Ausmisten, sondern vielmehr auf die Ordnung im Kleiderschrank.  
  • Diese Fragen solltest du dir bei jedem Kleidungsstück stellen: Finde ich in meinem Kleiderschrank alles, was ich benötige, auf Anhieb? Habe ich noch ausreichend Überblick über den Inhalt? 
  • Der Zeitaufwand ist wiederkehrend, da sich die Methode am Idealzustand des Kleiderschranks orientiert. Dieses Optimum soll jeden Tag wiederhergestellt werden. 
  • Nachhaltigkeit: Kein langfristig nachhaltiger Effekt. Der Fokus liegt klar auf Ordnung schaffen und halten. Ausgemistetes darf aber natürlich zur Kleiderspende. 
Diese Methode dient der kontinuierlichen Optimierung: Ist die Methode erst einmal verinnerlicht, soll im Alltag langwieriges, ständiges und nerviges Aufräumen entfallen. 
 

So funktioniert die 5-S-Methode

Wenn du dich für die 5-S-Methode zum Aussortieren deines Kleiderschranks entschieden hast, solltest du so vorgehen: 
 
Schritt 1: Separieren 
An erster Stelle steht das Aussortieren: Leere dafür deinen Schrank komplett. Alles, was du in den vergangenen zwölf Monaten nicht getragen hast oder kaputt ist, wird gespendet, verschenkt oder entsorgt.
 
Schritt 2: Säubern 
Die Entscheidungen sind gefallen, jetzt geht’s ans Putzen: Wische jede Kleiderstange, jede Schublade, jedes Fach nebelfeucht ab bzw. aus und lass alles trocknen.  
 
Schritt 3: Sortieren  
Unterdessen überlegst du dir das für dich optimale Ordnungssystem. Wir empfehlen nach Saison, dann nach Art der Kleidung, also Shirt zu Shirt, und dann in der jeweiligen Kategorie nach Farbe.  
 
Schritt 4: Standards setzen 
Sobald du durchweg zufrieden bist, halte den Idealzustand fest: in Fotos, die du gut sichtbar, z. B. an die Schranktür, hängst. So weißt du immer, was wohin zurückwandert.  
 
Schritt 5: Selbstdisziplin 
Jetzt heißt es: dranbleiben – und die neue Kleiderordnung konsequent einhalten! Kommen neue Klamotten hinzu, solltest du dein System anpassen, z. B. beim nächsten Frühjahrsputz.