Blumenwiese anlegen Vom Rasen zur Blumenwiese

Bunte Blumenwiesen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie sind auch wichtige Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Doch diese Lebensräume werden immer seltener. Warum also nicht eine Blumenwiese im eigenen Garten anlegen und so nicht nur einen bunten Hingucker, sondern auch einen wertvollen Lebensraum schaffen? Wir zeigen dir, wie aus dem einfachen Rasen eine bunte Blumenwiese wird.

Blumenwiese_anlegen
Bunte, wilde Blumenwiesen werden in unserer heimischen Natur immer seltener. Die intensive Landwirtschaft, Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden sind unter anderem dafür verantwortlich. Viele verschiedene Tiere sind jedoch auf die vielfältigen Wiesen angewiesen. Doch auch für den Menschen hat eine Blumenwiese im Garten Vorteile: Sie ist nämlich wesentlich pflegeleichter als der Rasen und muss nur ein paar Mal im Jahr gemäht und nicht gedüngt werden.

Blumenwiese anlegen: So geht‘s

Generell gilt: Eine Wildblumenwiese braucht einen nährstoffarmen, trockenen Boden und viel Sonne. Damit aus deinem Rasen eine bunte Blumenwiese entsteht, solltest du so vorgehen, um den Boden vorzubereiten:
  1. Entferne die Grasnarbe (zum Beispiel mit einem Spaten).
  2. Grabe den Boden um, bzw. lockere ihn mit einer Hacke auf. Größere Klumpen Erde zerkleinerst du am besten mit einem Kultivator, falls nötig.
  3. Ebne die Fläche anschließend mit einem Rechen.
  4. Mit einer Walze kannst du den Boden verdichten. Alternativ kannst du auch einige Tage warten, damit er sich ein bisschen setzen kann.
Damit der Boden etwas trockener wird, kannst du auch ein bisschen Sand hinzugeben. Anschließend können auch schon die Samen ausgestreut werden. Hier einige wichtige Tipps:
  • Geeignete Saatgutmischungen gibt es bereits fertig zu kaufen. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und sind oft z.B. speziell für Bienen oder Schmetterlinge oder aber für alle Insekten ausgelegt.
  • Es gibt sowohl einjährige als auch mehrjährige Saatgutmischungen. Einjährige Pflanzen absolvieren alle Enwicklungsstadien - von der Keimung bis zur Blüte und Fruchtbildung - in einem Jahr und leben in der Regel nur eine Wachstumsperiode lang. Mehrjährige Pflanzen halten sich über mehrere Jahre, sind aber vor allem am Anfang oft nicht ganz so blütenreich. Denn diese Blumen brauchen zum Teil mehrere Jahre, bis sie vollständig entwickelt sind und wachsen oft langsamer. Für eine langfristigere Blumenwiese sind mehrjährige Pflanzen in der Regel besser geeignet.
  • Auf der Saatgutmischung wird ein Hinweis vermerkt sein, wann der beste Zeitpunkt für die Aussaat der Samen ist. Meist liegt der zwischen März und Mai, ab und an auch im Herbst.
So gehst du bei der Aussaat am besten vor:
  • Wähle einen windstillen Tag zum Aussäen.
  • Streue die Samen auf den vorbereiteten Boden. Du brauchst etwa 5 bis 10 Gramm Samen pro Quadratmeter.
  • Du kannst die Samenmischung mit Vermiculit (natürliches Mineral, das Wasser speichern und die Nährstoffaufnahme optimieren kann, hilft bei der Aussaat) oder Sand strecken.
  • Anschließend rechst du die Samen ein (nur wenige Millimeter, da die Samen noch Licht zum Keimen benötigen).
  • Am Schluss trittst du die Erde mit den Füßen fest oder verwendest eine Walze zum Verdichten.
Achte darauf, den Boden in den ersten Wochen immer gut feucht zu halten.

Beim Anlegen einer Blumenwiese ist Geduld gefragt. Gerade bei mehrjährigen Aussaaten braucht die Wiese oft mehrere Jahre, bis sie sich entwickelt und in ihrer vollen Pracht blüht.

Ein Weg durch die Blumenwiese

Auf der Blumenwiese sollte man später nicht herumlaufen. Bei einer großen Fläche kann es daher sinnvoll sein, schon beim Anlegen der Blumenwiese Wege freizulassen, damit man durch die Wiese hindurchgehen und die Blumen von Nahem ansehen kann.
Die Wege sollten mindestens rasenmäher-breit sein, denn dann gestaltet sich ihre Pflege am einfachsten. Lass beim Anlegen der Blumenwiese die Wege frei von Blumensamen und streue stattdessen Rasensamen auf die Fläche – fertig!

Die Blumenwiese pflegen

Die Pflege einer Blumenwiese ist relativ einfach und nicht aufwendig. Im ersten Jahr solltest du die Wiese mähen, wenn sie etwa flaschenhoch ist. So werden schnell wachsende Gräser niedrig gehalten und langsamer wachsende Gräser haben eine Chance, „hinterherzukommen“.

Wenn von „mähen“ gesprochen wird, heißt das bei einer Blumenwiese nicht, einfach mit dem herkömmlichen Rasenmäher darüber zu gehen, denn die Pflanzen sollten nicht ganz abgemäht werden. Etwa 10 cm hoch sollten sie stehen bleiben. Verwende dafür eine Sense oder einen Hochgrasmäher.

Theoretisch reicht es, die Blumen einmal im Jahr zu mähen. Am besten geschieht das nach der Aussamung Ende August/September.

Wer zweimal im Jahr mähen will, kann die zweite Mahd Ende Juni oder Ende November ansetzen. Gedüngt werden muss und soll eine Blumenwiese nicht.

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