Kräutergarten gestalten Eigene Kräuter anpflanzen und ernten

Schon früher war ein Kräutergarten ein fester Bestandteil jedes Klosters – die heilende Wirkung und die Düfte wurden bereits damals geschätzt. Wie Du Deinen eigenen Kräutergarten anlegst und pflegst und welche Besonderheiten es bei der Ernte gibt, erfährst Du hier!

Titel
Beim Anlegen eines Kräutergartens hast Du eine nahezu unbegrenzte Zahl an Möglichkeiten: Kräuter lassen sich in Beeten im Garten, sowie Kübeln, Kästen, Blumenampeln auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen. Die individuelle Gestaltung bleibt Deinen Wünschen und Möglichkeiten überlassen.
 
Auch die Beeteinfassungen lassen sich mit Steinen, Weidezäunen oder Buchsbaumhecken kreativ gestalten.
Vertikale Anordnungen eignen sich gut bei begrenzter Fläche, wie bei einem Balkon. An die Hauswand gebaut, können Blumenampeln, Paletten, Obstkisten aus Holz oder ähnliches zu einem Pflanzgefäß für Kräuter umfunktioniert werden. Die Vorteile dieser Gestaltung sind, dass die Hauswand optisch verschönert wird, die Kräuter nahe bei der Küche wachsen und dabei zudem ausreichend Sonnenlicht bekommen.
Hast Du keinen Balkon oder Garten, sind vor allem Basilikum, Dill, Kresse, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Schnittlauch und Thymian als Küchenkräuter auf der Fensterbank geeignet.

Kräutergarten anlegen

Bevor Du mit dem Einpflanzen beginnst, gibt es drei Dinge zu beachten:
  • Wie viel Platz steht zur Verfügung?
  • Welche Kräuter sollen gepflanzt werden?
  • Welche Ansprüche haben diese Pflanzen?
Tipp: Kombiniere aromatisch gut zusammenpassende Pflanzen im Kräutergarten und schaffe somit nicht nur einen frischen Kräutervorrat, sondern auch duftende Aromainseln – zusammen mit einer Sitzgelegenheit ist dies der ideale Rückzugsort.
 
Die richtigen Kräuter für jede Himmelsrichtung: Hier erfährst du, welche Blumen und Kräuter auf dem Nordbalkon, dem Südbalkon, dem Westbalkon und dem Ostbalkon wachsen!
 
Mehrjährige Kräuter - wie Rosmarin, Lavendel oder Salbei - werden an sonnigen und eher trockenen Standorten gepflanzt. Großblättrige Kräuter, zum Beispiel Basilikum, Beifuß oder Pfefferminze, benötigen viel Wasser und wachsen gut im Halbschatten. Typische Waldkräuter, also Waldmeister oder Bärlauch, haben ihren idealen Standort im Schatten.
 
Diese Ansprüche solltest Du bei der Planung des Kräutergartens berücksichtigen.
 
Tipp: Auch auf dem Balkon werden alle Standortansprüche einfach erfüllt: Empfindliche Kräuter finden hinter der Brüstung Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und in den Balkonecken ist ausreichend Schatten für die Waldkräuter.
Im nächsten Schritt wird der Boden an den Pflanzstellen aufgelockert. Halte bei der Wahl der Pflanzstellen die empfohlenen Pflanzabstände zwischen den einzelnen Kräutern ein. Stehen die Pflanzen zu eng, können sie sich nicht richtig entwickeln und sind anfälliger für Krankheiten.

EXTRA: Diese Kräuter gedeihen gut zusammen

Bestimmte Kombinationen verschiedener Kräuter harmonieren nicht nur aromatisch, sondern fördern das Wachstum und schützen sich vor Krankheiten. Ergänzen sich nämlich die Nährstoffe, die über die Wurzeln in die Erde abgegeben werden, kann die eine Pflanze von der jeweils anderen profitieren – außerdem werden die verschiedenen Nährstoffe im Boden dann optimal ausgenutzt.
 
Diese Kräuter passen besonders gut zusammen:
  • Basilikum und Rosmarin
  • Dill, Kresse, Majoran, Petersilie, Kerbel
  • Schnittlauch, Kamille
  • Salbei, Schnittlauch, Estragon, Thymian
  • Bohnenkraut, Oregano, Salbei
  • Thymian, Fenchel, Estragon, Bohnenkraut
  • Schnittlauch, Dill, Bohnenkraut, Kamille

Kräutergarten pflegen

Kräuter sind im Vergleich zu Zierpflanzen anspruchslos und zäh. Sie halten Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen stand und benötigen auch keinen Dünger. Die wenigen Nährstoffe, die sie brauchen, ziehen sie aus dem aufgenommenen Wasser.
 
Kräuter aus mediterranen Gegenden mit kleinen Blättern verlangen selbst im Topf nur wenig Flüssigkeit, stark wachsende Kräuter mit großen Blättern (z.B. Basilikum) müssen hingegen regelmäßig gegossen werden, da sie sehr viel Wasser über die Blätter verdunsten. Vermeide dennoch Staunässe – die Blätter können bei zu feuchter Erde genauso welken wie bei Trockenheit.
 
Mediterrane Kräuter verholzen im Laufe der Jahre, deswegen ist hier ein regelmäßiger Schnitt angebracht. Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt ist im Frühjahr, bevor die Pflanzen neu austreiben. Schneide etwa ein Drittel der Zweige ab.

Ernte der Pflanzen

Die meisten Kräuterarten können ständig geerntet werden. Man unterscheidet krautige und verholzende Kräuter:
  • Petersilie, Schnittlauch oder Sauerampfer gehören zu den krautigen Arten: bei ihnen schneidest Du die ganzen Blätter ab.
  • Minze, Basilikum; Rosmarin oder Salbei gehören zu den verholzenden Arten: hier wird astweise geerntet.
Ernte die Kräuter vor der Blüte, dann ist der Gehalt an wertvollen ätherischen Inhaltsstoffen besonders hoch. Außerdem können die Kräuter später bitter schmecken.
Übersteigt das Wachstum der Pflanzen Deine Verbrauchsmöglichkeiten, so kannst Du die Kräuter durch Trocknen haltbar machen. Fasse die geschnittenen Kräuter zu Bündeln zusammen und hänge sie an einem möglichst dunklen Ort auf, bis sie getrocknet sind.
Eine weitere Möglichkeit, Kräuter haltbar zu machen, ist das Einfrieren. Hacke die Kräuter hierfür in kleine Stücke und lege sie in Eiswürfelformen aus Plastik oder Silikon.
 
Fülle die Eiswürfelformen mit Olivenöl auf und friere sie ein. Diese Methode eignet sich gut, da das Öl den Kräutern beim Einfrieren kein Wasser entzieht – dadurch bleiben die Aromastoffe erhalten. Beim Kochen gibst du einfach die Würfel in die Pfanne oder in den Topf und lässt sie dort auftauen.
 
Diese Methode eignet sich am besten für frische Gewürze, die harte Blätter haben. Dazu gehören Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano.
 
Kräuter mit weicheren Blättern, wie zum Beispiel Minze, Petersilie und Dill werden in der Regel frisch zum fertigen Gericht gegeben, deshalb sollte man sie nicht in Öl einfrieren. Gib diese Kräuter stattdessen in einen trockenen Gefrierbeutel und friere sie einfach so ein. Auf diese Weise lassen sich ihre Farbe und Geschmack länger bewahren.

Weitere Tipps zu Kräutern

  • Schneide die Stängel am besten morgens ab.
  • Schneide immer nur die äußeren Blätter ab: Wenn Du die Herzblätter im Inneren der Pflanze abschneidest, kann die Pflanze sich nicht mehr optimal weiterentwickeln.
  • Salbei vertreibt Läuse, Schnecken und Raupen. Pflanze ihn deshalb rund um Dein Gemüsebeet.
  • Wenn du Dill in Folie einpackest, bleibt er für 2 bis 3 Wochen frisch.
  • Sobald Kresse einen Zentimeter hoch ist und mehrere Blätter entwickelt hat, kannst Du das erste Mal ernten.