Kübelpflanzen Blütenpracht und Schattenspender

 

Spätestens nach den Eisheiligen können Kübelpflanzen aus dem Winterschlaf erwachen. Welche Pflanzen sich für welchen Standort eignen, worauf man beim Kauf und in der Pflege achten muss – und welche drei Top-Arten sich auf jeder Terrasse sehen lassen können

 

Kübelpflanzen: Die richtigen Sorten für jeden Standort

 

1. Was sind eigentlich Kübelpflanzen und warum sollte ich eine besitzen?

Im reinen Wortsinn sind alle Pflanzen, die in einem größeren Pflanzgefäß wächst, Kübelpflanzen. In der Regel bezeichnet der Begriff jedoch Pflanzen aus mediterranen oder subtropischen Ländern, die bei uns im Normalfall nicht winterhart sind. Wird es draußen zu kalt, wird der Kübel samt Pflanze ins Winterquartier geschafft.

Klingt nach ganz schön viel Aufwand – man wird aber auch belohnt: Kübelpflanzen eignen sich durch ihre recht hohe Wuchsart hervorragend als Sichtschutz und/oder Schattenspender. Im Topf sind sie mobil und können für Gartenfeste oder zur Überwinterung auch bewegt werden. Nicht zuletzt sind vor allem mediterrane Blüher, Duft- und Zitruspflanzen im Kübel wunderschöne und teils duftende Blickfänge, die uns an den letzten Urlaub im Süden erinnern.

Natürlich gibt es auch winterharte bzw. frostfeste Kübelpflanzen: Dabei handelt es sich in der Regel um immergrüne Gehölze oder blühende Sträucher bzw. ein- und mehrjährige Blütenstauden, die in Pflanzgefäßen gut gedeihen.

 

 

2. Welche Kübelpflanzen eignen sich für welchen Standort?

Auch wenn sie mühelos von A nach B transportiert werden können: Kübelpflanzen sind anspruchsvoll, was ihren Standort angeht!

Kübelpflanzen für Vollsonne bis Halbschatten – ideal für sonnige Terrassen

Dauerblüher wie der Oleander (Nerium Oleander), Drillingsblume (Bougainvillea Spectabilis) und der Zylinderputzer (Callistemon citrinus) freuen sich mit ihren vielen Blüten über viel Sonnenenergie. Auch Zitruspflanzen wie die Duftorange (Chinotto Citrus Myrtifolia) oder die Rote Zitrone (Citrus Limon 'Rosso') sind dankbare Sonnenanbeter. Viele Zitruspflanzen sind übrigens in unseren Regionen nicht winterhart und bevorzugen weiches Gießwasser (z.B. Regenwasser). Auch den robusten Palmen kann es nicht sonnig genug sein.

Duftpflanzen wie der Seidenbaum oder die Natalpflaume sind in Sachen Standort flexibel von Sonne bis Halbschatten, während Blühpflanzen wie der Japanische Ahorn den Halbschatten bevorzugen, da sie bei zu viel Sonne Verbrennungen abbekommen können. Auch Freiland-Hortensien und Engelstrompeten lieben den lichten Schatten.

Kübelpflanzen für den Schatten: Sichtschutz und winterharte Begrünung

Auch an schattigen Standorten können Kübelpflanzen gedeihen und wahre Wuchswunder vollbringen – allerdings strecken sich die Pflanzen nicht so sehr dem Licht entgegen, wachsen nicht so hoch und gegebenenfalls einseitig. Mit Pflanzrollern können die Positionen regelmäßig gewechselt werden.

Tolle Hingucker für die Eingangstür oder als Begrenzung für die Terrasse sind Farne: Elefantenrüsselfarn, Steinfeder und Wald-Frauenfarn sind sogar winterhart (zwischen -17 und -40 Grad, hier lohnt es sich, mit dem Gärtner Rücksprache zu halten).

Auch Ziergräser wie Seggen und Funkien vertragen Sonne nur schlecht und freuen sich über einen Standort im Halbschatten oder Schatten. Funkien sind mit einer Winterhärte bis zu -28 Grad robust und pflegeleicht und bilden ein farbenfrohes Bild, wenn etwa Weißrand-Funkie, Rotstiel-Funkie und Goldrand-Funkie miteinander kombiniert werden.

Nicht zuletzt gehört Bambus mit einer Winterhärte bis zu -17 Grad zu den robusten Kübelpflanzen, die Terrassen und Balkone auch bei Niedrigtemperaturen begrünen können. Hier ist es wichtig, nicht austreibende Arten zu wählen, weil der Kübel sonst schnell zu klein wird.

 

3. Pflege von Kübelpflanzen: Das musst du über Töpfe, Erde und das Gießen von Kübelpflanzen wissen

Kübelpflanzen ziehen ihre Energie großteils aus dem begrenzten Kübel: Deshalb ist ausreichend Wasser und eine gute Nährstoffversorgung wichtig, damit sie nach oben hin wachsen und nach unten hin ihre Wurzeln ausbreiten können.

Die Größe und Beschaffenheit des Kübels ist entscheidend für die Kübelpflanze. Witterungsbeständige Pflanzgefäße sind eine lohnenswerte Anschaffung. Dann geht’s an die Schichten: Ganz unten im Topf sollte sich Blähton, Kies oder grober Sand befinden, damit das Wasser gut ablaufen kann. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Auch eine Tonscherbe am Grund des Topfs hilft, damit das Loch am Boden nicht verstopft wird.

Grundsätzlich sollten die Kübel nicht zu klein sein, damit die Wurzeln Platz haben. Dies gilt besonders für Kübel am sonnigen Standort, diese sind durstiger und mehr Erde bedeutet auch einen größeren Wasserspeicher. Schattenpflanzen hingegen sollten lieber in einem kleineren Topf stehen, damit die Energie der Pflanzen nicht nach unten ins Wurzelwerk, sondern nach oben ins Blätterwerk geht.

Die richtige Erde für Kübelpflanzen: Normale Gartenerde kann es mit den Ansprüchen von Kübelpflanzen nicht aufnehmen. Die Erde im Kübel ist der einzige Nährstoff- und Wasserspeicher für die Pflanze – und das die ganze Saison über! Als Pflanzsubstrat solltest du deshalb eher auf besondere Kübelpflanzenerde zurückgreifen, die auf natürliche Weise die Wasserleitung verbessert und eine leicht lockere Struktur behält, während normale Erde schon nach kurzer Zeit in sich zusammensacken würde.

 

 

Kübelpflanzen gießen: Mit Ausnahme des Oleanders, der im Sommer stehendes Wasser im Untersetzer liebt, nehmen Kübelpflanzen Staunässe und Wasser im Übertopf übel. Deshalb an heißen Sommertagen lieber häufiger gießen als zu viel auf einmal: zum Beispiel morgens und abends, am besten mit kalkarmem Regenwasser.

Kübelpflanzen düngen: Da die Erde im Kübel nur wenige Nährstoffe speichern kann und die Wurzeln nur begrenzt Platz haben, brauchen Kübelpflanzen mehr Dünger als Pflanzen im Beet oder Garten: Besonders Kalium, Stickstoff, Phosphor und Magnesium werden benötigt. Je nach Pflanze eignet sich regelmäßig gegebener Flüssigdünger oder Langzeitdünger.

Kübelpflanzen umtopfen: Das Umtopfen erfolgt in der Regel im Frühjahr, bevor die Pflanzen wieder ins Freie verfrachtet werden. Nach vier bis fünf Wochen werden die Pflanzen dann gedüngt, damit sie nach den Eisheiligen draußen durchstarten können.

4. So überwintern Kübelpflanzen

Nicht winterharte Kübelpflanzen müssen sich im Spätherbst ins Haus verabschieden (subtropische Arten schon vor den ersten Herbstfrösten!): Je nach Pflanzensorte eignen sich Keller, Wintergarten oder Hausflur. Immergrüne Kübelpflanzen brauchen auch im Winterquartier ausreichend Licht und Wasser, während Kübelpflanzen, die ihre Blätter verlieren, nur wenig Wasser benötigen und auch im dunklen Keller überwintern können. Generell kann gelten: Je dunkler die Pflanzen stehen, desto trockener sollte der Ballen sein. (Weitere Informationen und Tipps zur jeweiligen Pflanze und ihren Umtopfszenarien kannst du beim Kauf im Fachhandel erfragen).

Auch winterharte Kübelpflanzen können Winterschutz benötigen – besonders was den Wurzelbereich angeht. Je nach Region sollten etwa Kübel von Japanischem Ahorn mit Vlies, Kokosmatte oder auch simpler Luftpolsterfolie umwickelt werden. Auch der Wechsel an einen überdachten, windgeschützten Ort wie Hauswand oder Terrassenecke ist wichtig, damit die Pflanzen vor Schnee, Wind und Regen geschützt sind.

 

 

5. Ab wann können Kübelpflanzen wieder raus ins Freie?

Während frostempfindliche Kübelpflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder ins Freie dürfen, sollten Pflanzen, die leichten Frost vertragen, schon im April wieder nach draußen verfrachtet werden, damit sie auch früher blühen.

Kühl überwinterte Kübelpflanzen sollten nach dem Winterschlaf in einem Zwischenschritt etwas wärmer gestellt werden (z.B. ins Treppenhaus), damit sie austreiben können. Wenn deine Kübelpflanze im Sommer erst spät blüht, hast du sie zu spät aus dem Winterquartier geholt.

 

 

6. Top 3: Die besten Kübelpflanzen

  • Oleander: Er kann bis zu drei Meter hoch werden, ist pflegeleicht und freut sich im Sommer sogar über etwas zu viel Wasser. Am besten am Oleander ist aber seine Blütenpracht, die sich von Rot und Rosa bis hin zu Weiß und Rosa-Weiß erstrecken können.
  • Bougainvillea: Steht sie an der richtigen, sonnigen Stelle, kann die Drillingsblume wie in ihrer mediterranen Heimat Häuserwände und Mauern erobern und mit ihren violettfarbenen Blüten für echte Hingucker sorgen. Im Winterquartier verliert die Bougainvillea zwar ihr Laub, doch spätestens im Sommer ist die lila Blütenpracht wieder zurück. Auch diese Kübelpflanze ist relativ unempfindlich gegen Wasser und kann sogar einige Minusgrade hinnehmen, bevor es dann ins Wärmere gehen muss.
  • Agapanthus: Die Schmucklilie stammt ursprünglich aus Afrika, hat sich aber als voluminöse Kübelpflanze auch in europäischen Gärten etabliert. Sie wächst weniger in die Höhe als in die Breite und ist deshalb ideale Begrenzung und Sichtschutz für den Kaffeeklatsch auf der Terrasse. Der Agapanthus, die aus Afrika stammende Schmucklilie, ist eine besonders majestätische Kübelpflanze für Terrasse und Balkon. Tolle Hingucker sind die blauen oder weißen Blütenbälle, die nach viel Aufwand und Pflege aussehen – dabei ist der Agapanthus, im Englischen auch „Lily of The Nile“ genannt, ähnlich pflegeleicht wie Bougainvillea und Oleander.