Tapete Badezimmer Tapete im Bad: Geht das?

Und wie das geht! Spezielle Tapeten machen das Badezimmer von der funktionalen Nasszelle zum heimeligen Wohlfühltraum – vollkommen fugenfrei! Worauf zu achten ist und welche Tapeten sich besonders eignen

Dunkle Tapete im Badezimmer

 

In Wohnungen und Häusern, die in den 1970ern erbaut und eingerichtet wurden, sind sie noch zu entdecken: Badezimmer, die von Kopf bis Fuß in sattfarbene, gerne groß gemusterte Tapeten mit wilden Blumen-, Dschungel- oder Rautenmustern gekleidet sind. Über deren Schönheit lässt sich streiten – aber ist das denn auch praktisch? Aus der damaligen Sicht: nur bedingt, denn Tapeten waren in den 1970ern noch nicht so wasch-, wisch- und scheuerbeständig wie heute, weshalb sie mit gutem Grund vorrangig in kleinen Gästebädern und -toiletten verwendet wurden, in denen wenig mit Wasser gespritzt und entsprechend wenig Feuchtigkeit verbreitet wurde.

 

Heute ist das anders – und Tapeten sind auch in Bade- und Waschräumen wieder auf dem Vormarsch. In letzteren demonstrieren vor allem Restaurants, Clubs und Hotels, wie wohnlich und intim auch große Räume mit vielen Waschbecken und Spiegeln wirken können – allein durch die Tatsache, dass statt Fliesen Tapeten verwendet wurden.

Badezimmer: Tapete oder Putz?

Wer sich schon mal in einem klassischen „Powder Room“ frischgemacht hat und dieses am liebsten nie wieder verlassen wollte, weiß: Tapeten bringen – besonders im Gegensatz zu Fliesen oder Putz – einen besonders wohnlichen Flair in den ansonsten eher kalt und steril wirkenden Raum. Durch die Möglichkeit, ein Motiv, Muster oder auch eine Farbfläche auch auf einer großen Fläche vollkommen fugenfrei und mit einer glatten, eventuell sogar glänzenden Oberfläche darzustellen, ist dessen Wirkung besonders dominant und einnehmend – ganz anders als bei sterilen Fliesen oder grobem Putz.

Welche Tapete ist fürs Badezimmer geeignet?

Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und dem Bedarf an gründlicher Reinigung müssen Tapeten fürs Badezimmer besonderen Ansprüchen genügen: Während Papier- und Raufasertapete nicht fürs Bad geeignet sind, vertragen spezielle Feuchtraumtapeten (z.B. Glasfasertapeten, Vlies- und Vinyltapeten) mehr Feuchtigkeit, Spritzwasser und eine entsprechende Reinigung. Im Fachhandel wird (in aufsteigender Reihenfolge) zwischen diesen Arten unterschieden, die sich – je nach Belastung – für die Verwendung im Badezimmer eignen:

  • Waschbeständig: die Minimal-Qualität für Gäste-Badezimmer, bei der Schmutz und manche Wasserflecken vorsichtig mit einem feuchten Tuch entfernt werden können. Mit regelmäßigem Spritzwasser, Ölen und lösemittelhaltigen Flecken ist diese Tapete überfordert.
  • Hochwaschbeständig: Schmutz und die meisten Wasserflecken lassen sich mit einem feuchten Tuch und/oder Seifenwasser entfernen. Auch manche frische Fettflecken können nach geeigneter Reinigung wieder verschwinden.
  • Scheuerbeständig: Scheuerbeständigkeit ist vor Allem an Waschtischen oder in Duschnähe gefragt. Das Material ist unempfindlich gegenüber der Behandlung mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste, Schmutz- und Wasserflecken lassen sich sogar mit milden Reinigungs- und Scheuermitteln entfernen. Bei Ölen, Fetten und lösemittelhaltigen Flecken muss man schnell sein – sie lassen sich am besten direkt nach der Einwirkung behandeln.
  • Hochscheuerbeständig: Wer gerne intensiv putzt und scheuert, wird mit dieser Tapete glücklich – besonders in Waschtisch- oder Toilettennähe. Schmutz- und Wasserflecken können ebenso wie frische Öle, Fette und lösemittelhaltige Flecken problemlos entfernt werden.

Wer plant, auch in reinigungsintensiven Teilen des Badezimmers Tapete einzusetzen und sich lange an ihnen zu erfreuen, sollte scheuer- oder gar hochscheuerbeständige Materialien wählen. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination mit anderen Materialien wie Holz oder Fliesen.

Welche unterschiedlichen Tapetenarten gibt es und wie unterscheiden sich Vlies, Papier-, Strukturtapeten und Co.? Hier geht's zu unserem Tapeten-Ratgeber!

 

Badezimmer: Tapete und Fliesen

Besonders rund um Waschtisch, Toilette und Badewanne – den Bereichen, die viel Feuchtigkeit und Schmutz abbekommen können – macht die Kombination von Tapete mit einem robusteren Material wie Fliesen Sinn:

 

Diese sind leicht zu reinigen und sorgen ganz nebenbei dafür, dass das Tapetenmuster nicht allzu dominant wird. In viel genutzten Badezimmern können die Fliesen entweder den unteren Bereich bis maximal Brusthöhe einnehmen, während die Tapete an der darüber liegenden Fläche und eventuell der Decke zum Einsatz kommt.

Eine andere Möglichkeit ist der wandweise Einsatz der Tapete – an Flächen, die vergleichsweise wenig beansprucht werden, während der mehr beanspruchte Teil des Bads gefliest oder verputzt ist:

 

 

Auch Holzpaneele und andere Wandvertäfelungen aus Holz können der Tapete im Bad die „Schmutzarbeit“ abnehmen – hierbei ist allerdings auf eine fachgerechte Lasierung oder andere Vorbehandlung zu achten:

 

 

Badezimmer: Tapezieren oder streichen?

Wer vor einer Renovierung seines Badezimmers steht, dem stehen viele Möglichkeiten offen. Selbst über Fliesen lassen sich Tapeten anbringen oder mit Farbe gestrichen werden – allerding müssen die Fugen dann entweder zugespachtelt werden oder aber Gipskartonplatten an die Wand geschraubt werden. Letztere kann dann gestrichen oder tapeziert werden.

Tapeten im Badezimmer: Ideen

Tapetenmotive gibt es unzählige: Großformatige Fotomotive wie etwa Strände, Blumen oder andere Naturmotive brauchen Raum und am besten eine ganze Wand für sich. Wer über kein allzu großes Badezimmer verfügt, auf die Dschungeltapete aber nicht verzichten möchte, greift zumindest zu einer zurückhaltenden Badeinrichtung.

 

Regelmäßige Muster in kleinerem Format sind flexibler und wirken im ganzen Raum so toll wie auch in Teilen des Badezimmers. Wichtig ist hierbei, neben einem harmonischen Gesamteindruck mit der Einrichtung auch die Platzierung des Badezimmerspiegels mit in die Planung aufzunehmen – dieser spiegelt Motiv und Farbe der Tapete im Zweifel doppelt und dreifach in den Raum zurück und macht sie im Zweifel dominanter als gewollt:

 

Fazit: Tapeten im Badezimmer sind längst nicht mehr die Ausnahme. Allerdings sollte sie hochwertig und fachgerecht angebracht sein – besonders wenn sie über Fliesen Bestand haben sollen. Wichtig zu wissen: Besonders Kunststofftapeten wie Vinyl sind nicht atmungsaktiv – auf ausreichende Belüftung sollte geachtet werden, um Schimmel vorzubeugen.