Küchenkauf Die ersten Schritte zur neuen Küche

Küche aussuchen, kaufen, fertig? Der Weg zu einer neuen Küche ist lang – damit er nicht auch steinig und teuer wird, geben wir dir Tipps für die ersten Schritte und die Auswahl des Händlers. Plus: welche Fehler beim Küchenkauf du dir sparen solltest

Küchenkauf: Planung und Vorbereitung

 

Durchschnittlich drei Küchen kauft der Deutsche in seinem Leben – und zwischen den Käufen vergehen jeweils rund 17 Jahre! Lange genug, um den hohen Preis der letzten Küchenzeile sowie eventuell gemachte Planungsfehler des vergangenen Kauferlebnisses zu vergessen und beim nächsten Betreten des Küchenfachgeschäfts erfahrungsmäßig wieder bei Null anzufangen. Wie geht man so einen Küchenkauf noch mal an? Wir führen dich von der Idee bis ins Küchenstudio – inklusive Checklist, worauf du bei jedem Step achten musst und welche Fehler du dir sparen kannst.

Küchenkauf – von der Wunschvorstellung zum konkreten Plan:

Der Küchenkauf beginnt nicht mit dem Besuch im Küchenstudio, sondern weit vorher:

  1. Damit nämlich, die Ansprüche an deine Wunschküche möglichst genau zu definieren.
    Was hat in der letzten Küche gestört oder gefehlt, welchen eventuell künftig neuen Anforderungen muss die neue Küche standhalten (z.B. Kinder, mehr Personen in der Küche…), welche Geräte werden benötigt und was hat oberste Priorität (z.B. pflegeleicht sein, Mehrgängemenüs zaubern, …). Erst wenn diese Bedürfnisse formuliert sind, kann es an den nächsten Schritt der Planung gehen.
  2. Die Planung starten: Das Prinzip der Küchenzonen nutzen! 
    Wer ein Haus oder eine Wohnung baut oder grundsaniert, kann Größe und Grundriss der Küche beeinflussen und im Optimalfall je nach Laune und Budget zwischen einzeiliger, zweizeiliger Küche, Insel-, U-oder L-Form entscheiden. Alle anderen müssen sich wohl oder übel an die baulichen Gegebenheiten halten. Da fällt die Auswahl leichter – auch wenn es auch für Mini-Küchen mit Sicherheit mehr als nur eine optimale Lösung für den vorhandenen Grundriss gibt. Wichtig ist, von Beginn an in Küchenzonen bzw. Funktionsbereichen zu denken, die jeweils nicht nur die jeweiligen Geräte, z.B. Herd, beinhalten, sondern auch dazu gehörende Werkzeuge und Stauraum. Diese Bereiche sollten jeweils individuell geplant werden:
    - Backen und Kochen
    - Vorbereiten
    - Aufbewahren
    - Bevorraten
    - Spülen
    Viele Küchenhersteller bieten so genannte Zonenplaner an, mit denen die Möglichkeiten z.B. der Zone „Bevorraten“ festgelegt und die einzelnen Module angeordnet werden können. Apropos Anordnung: Hier sind kurze Wege Trumpf – die Kochtöpfe gehören zum Beispiel definitiv in die Nähe des Herds!
  3. Besuch im Küchenstudio vorbereiten:
    Nur blutige Anfänger gehen unvorbereitet ins nächste Küchenstudio. Bei gerade mal drei selbst gewählten Küchen im Leben darf dieser Besuch ruhig ausgiebig vorbereitet werden – zumal sich so auch einiges an Geld sparen lässt.
    Zur Vorbereitung gehört etwa die Vorabrecherche zu den einzelnen Küchenherstellern und den Eigenmarken der Möbelhäuser sowie deren Qualität. (Psst, Experten schwören hier auf Ratgeber wie „Clever Küchen kaufen“ von Heinz G. und Olaf Günther und „Das 1x1 der Küchenplanung“ von Katrin Täubig, mit denen sich auf den Besuch im Küchenstudio vorbereiten lässt.)
    Wer bereits einen favorisierten Küchenhersteller hat, kann sich von dessen aktuellem Küchenkatalog oder online inspirieren lassen. Auch die Preisrecherche zu den gewünschten Küchengeräten ist wichtig – in manchen Küchenstudios wird beim Kostenvoranschlag nur eine Gesamtsumme herausgegeben. Wie viel davon die Geräte verschlungen haben, bleibt im Dunkeln.
  4. Einbauküche online vorplanen
    Macht der Küchenkauf online Sinn? Viele Hersteller und unabhängige Portale wie beispielsweise Küchenatlas bieten Online-Küchenplaner an, mit denen nach Herzenslust am digitalen Screen eingebaut, verschoben, angesehen und umgeformt werden kann. So spart man sich nicht nur wertvolle Zeit im Küchenstudio, sondern kann sich auch bei der Planung Zeit lassen, Entwürfe liegen lassen und wieder aufgreifen. Dabei geht es nicht nur um die Entscheidung für Fliesenspiegel oder Küchenrückwand oder die Auswahl der richtigen Arbeitsplatte für die Küche. Durch die online entstehende Liste der Schränke, Regale und Geräte erhältst du eine konkretere Vorstellung von der Größenordnung des Projekts Küchenkauf – sowohl was Aufwand als auch Preise angeht. Ob du dir dann zutraust, die Küche online zu bestellen oder doch mit fachmännischer Beratung auf Nummer sicher gehen willst, bleibt selbstverständlich dir überlassen.
  5. Küchenstudio auswählen
    Nicht zuletzt die Auswahl des passenden Küchenstudios gehört zur Vorbereitung: Hier sollte es nicht nur um das Preissegment gehen, sondern allem voran um Empfehlungen und Erfahrungen aus dem Bekannten- oder Freundeskreis: Wo wird man gut beraten, wo werden alle Wünsche berücksichtigt und Preise transparent gemacht? Gute Küchenstudios zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass Zeit in die Erstellung eines Küchenprofils investiert wird, anhand dessen das funktional wie auch stilistisch passende Modell ausgemacht werden kann.
    Es lohnt sich übrigens, sich nicht nur auf die großen Küchenstudio-Ketten und Hersteller zu stürzen. Kleinere Küchenstudios bieten oft beste Beratung und Transparenz, was Produktlisten und Preise angeht.

 

Küchenkauf im Küchenstudio – darauf solltest du achten:

Mit einem Besuch im Küchenstudio ist es nicht getan – Planung und Kauf einer Küche nehmen oft Wochen in Anspruch. Eine lange Zeit, in der der Küchenkäufer ausführlich beraten wird – zum Fachmann macht ihn diese „Küchenschule“ jedoch nicht! Umso wichtiger, dass du beim Küchenkauf im Küchenstudio folgende Kniffe beachtest und Qualitätsmerkmale berücksichtigst:

  1. Details abfragen für Preisverhandlungen
    Die Schrank- und Geräteliste der Küche ist das höchste Gut, wenn es um eventuelle Preisvergleiche zwischen den Küchenstudios geht. Klar, dass diese ungern an den potenziellen Kunden herausgegeben wird. Die preisliche Einschätzung wird weniger vage, wenn du Modellnummern und Typenbezeichnungen der Geräte mitnotierst und dir den Endpreis einmal mit und einmal ohne Elektrogeräte nennen lässt.
  2. Die Sache mit der Aufmaßgarantie
    Deine Messungen der Küche werden schon irgendwie stimmen? Auch wenn es am Ende nur wenige Millimeter sind, könnten sie dich von der perfekten Küche trennen! Profis erkennt man daran, dass im Angebot des Küchenstudios eine so genannte Aufmaßgarantie enthalten ist. Dann wird die Küche vom Experten vermessen, der für die Exaktheit geradesteht.
  3. Apropos Garantie…
    Drei Jahre Garantiedauer
    werden von Hersteller bzw. Küchenstudio durchschnittlich für eine Küche gewährt – nicht gerade lange, wenn man bedenkt, dass die Ausstattung bis zu 20 Jahre lang genutzt wird, und das täglich! Es lohnt sich also, im Studio direkt nach der Garantie für die gekaufte Küche zu fragen – auch 5 Jahre sind je nach Anbieter möglich.
  4. Das Kleingedruckte im Küchenkaufvertrag: Transport, Lieferung, Montage und Co.
    Die Küche ist geplant, der Preis stimmt? Dann geht es mit dem Vertragsabschluss ans Lesen des Kleingedruckten, damit am Ende nicht nur der Preis stimmt, sondern auch für reibungslose Lieferung und Aufbau gesorgt ist. Arbeitet das Küchenstudio mit einem eigenen Lieferservice oder nimmt es externe Dienstleister in Anspruch?
    Montage und Lieferung sind zudem bei einigen Küchenanbietern nicht im Preis inkludiert. Es lohnt sich, schon von vornherein auf Zusatzleistungen wie eine kostenfreie Lieferungsgarantie und eine im Preis inbegriffene Montage zu achten, so lassen sich unangenehme Überraschungen nach dem Aufbau der sowieso schon teuren Küche vermeiden. Auch das Mitnehmen von Verpackungsmaterial sollte im Preis inbegriffen sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich eine so genannte Endpreisgarantie für den gesamten Küchenkauf geben.

Fehler beim Küchenkauf: Das kannst du dir sparen!

  • Zu wenig Zeit einplanen: Abmessen, auswählen, fertig? Die Planung mit einem Profi im Küchenstudio benötigt mindestens drei Termine, Anfertigung und Montage nehmen ebenfalls Zeit in Anspruch – umso mehr, je mehr Maßanfertigungen und Anpassungen notwendig sind. Zwei bis vier Monate solltest du für das Gesamtprojekt Küchenkauf in jedem Fall einplanen.
  • Den vorhandenen Raum nicht nutzen a.k.a. zu wenig Arbeitsfläche und Stauraum einplanen: Die meisten Küchen sind klein – doppelt ärgerlich also, wenn der vorhandene Raum nicht optimal genutzt wird! Passieren kann das, wenn bei der Küchenplanung wegen Blenden oder ungünstiger Ecklösungen wertvoller Raum verloren geht. Stauraum und Arbeitsfläche sind die wichtigsten Features in einer Küche – es lohnt sich, das bei der Beratung entsprechend zu priorisieren und ggf. auf optische Extras zu verzichten zugunsten von wertvollem Stauraum oder einem extra Regal.
  • Einen fertigen Küchenentwurf übernehmen – und bei Anpassungen draufzahlen: Vorgefertigte Küchenentwürfe sind preisgünstiger als individuelle Planungen – doch passen sie wirklich zu deinen Bedürfnissen, deinem Kochverhalten und dem Rest deiner Wohnung? Auch bei der Anpassung fertiger Elemente (z.B. dem Zuschneiden eines Schrankelements auf eine geringere Tiefe) können Extrakosten entstehen, die du dir bei Nutzung eines einfachen Regalbretts hättest sparen können.

Fazit: Ein Küchenkauf sollte gut durchdacht sein - und vor allem in aller Ruhe vorbereitet werden! Fachmännische Beratung ist dabei das A und O. Anfänger oder Küchenkäufer von außergewöhnlichen Grundrissen sollten ihre Küche lieber mit Experten im Studio planen. Den Küchenkauf ganz ins Internet verlegen können sie ja immer noch bei der nächsten Küche.