Seitenschläferkissen So schlafen Seitenschläfer besser

Die Mehrheit der Menschen sind Seitenschläfer: Doch der Schlaf auf der Seite belastet Hüften und Schultern. Seitenschläferkissen helfen und verbessern ganz nebenbei die Qualität des Schlafs. Was du über die kurzen, langen oder gekrümmten Kissen wissen musst und wie jeder Schläfer sein optimales Kissen findet

Endlich besser schlafen

Was ist ein Seitenschläferkissen?

Seitenschläferkissen sind für diejenigen Menschen gedacht, die vorrangig auf der Seite schlafen. Das sind – je nachdem, welcher Umfrage man glauben mag – zwischen 50 und 80 Prozent der Menschen! Der Schlaf auf der Seite belastet allerdings die Hüften und Schultern. Seitenschläferkissen sollen durch ihre besondere Form, Größe und Beschaffenheit den Kopf optimal stützen, die Wirbelsäule gerade halten und dem Körper so dabei helfen, eine gesunde Haltung einzunehmen, die den oberen Rücken und den Nacken entlastet. Wer ein (und vor allem: das richtige) Seitenschläferkissen verwendet, kann Nackenverspannungen und Rückenschmerzen vorbeugen sowie bestehende Beschwerden lindern.

Wer braucht ein Seitenschläferkissen – und warum? Die Vorteile

Das Seitenschläferkissen unterstützt eine gesunde Haltung im Schlaf, ohne dass Druckstellen z.B. zwischen den Knien oder auch eingeschlafene Gliedmaßen wie Arme oder Hände entstehen. Neben der Entlastung von Knien, Knöcheln und Hüfte sorgt das Kissen auch für eine Entspannung der Muskeln, vermeidet ständiges Umdrehen und fördert so einen ruhigeren, gesünderen Schlaf. Den können sicherlich alle gebrauchen – besonders aber ist das Seitenschläferkissen für Schwangere geeignet sowie für Menschen mit Wirbelsäulenproblemen und Übergewicht. Auch Schnarcher können vom Seitenschläferkissen profitieren.

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In welcher Form gibt es Seitenschläferkissen? Die Unterschiede

Grundsätzlich wird bei Seitenschläferkissen zwischen kurzen, langen und gebogenen Varianten unterschieden. Diese unterscheiden sich auch in der Füllung.

  1. Die gerade Form ist in der kurzen und langen Variante erhältlich:
    Das kurze Seitenschläferkissen wie ein ganz normales Kopfkissen verwendet. Es eignet sich vor allem bei Verspannungen im Nackenbereich und ist deshalb auch als orthopädisches Nackenkissen bekannt. Die Kissen, die oft wellenartig geformt sind, sind meist aus viskoelastischem Schaum, auch als Memory Foam bekannt, hergestellt. Ihren Zweck erfüllen die Kissen dann, wenn sie bei gerader Wirbelsäule den Raum zwischen Kopf und Matratze optimal ausfüllen.
    Das lange Seitenschläferkissen eignet sich bei Knieproblemen, Schmerzen im unteren Rücken und/oder dem Nacken. Dieses Kissen liegt der Länge nach im Bett – oben unter dem Kopf, unten zwischen den Knien. Neben der höheren Lagerung des oberen Beins (verhindert ein Verdrehen der Hüfte) wird durch das lange Seitenschläferkissen vor allem der Druck von der Wirbelsäule genommen. So wird auch die Muskulatur entlastet und der Körper verdreht sich im Schlaf weniger.
  2. Gebogene Seitenschläferkissen sind in U-, C- oder 7-Form erhältlich:
    Die U- und C-Form sind vor allem bei Schwangeren beliebt, deren wachsender Bauch durch das Kissen in der Seitenlage gestützt wird. Auch Rückenschmerzen, die mit fortschreitender Schwangerschaft einhergehen, werden durch die gebogenen Kissen gelindert, indem die Schwangere das obere Bein höher lagern und so den unteren Rücken entlasten kann. Viele Schwangere behalten das Kissen auch nach der Geburt und verwenden es als Stillkissen.
    Seitenschläferkissen in Form einer 7 sind die heimliche Königsklasse der Seitenschläferkissen: Während die kurze Seite als Kopfkissen genutzt wird, kann die lange Seite den Körper von vorne stützen.

Wie benutzt man ein Seitenschläferkissen?

Einfach daneben legen und dann gute Nacht? Auch das Schlafen mit Seitenschläferkissen will gelernt sein: Wer alle Vorteile ausnutzen will, muss darauf achten, das Seitenschläferkissen richtig zu benutzen. Lange, rechteckige Kissen, Rollen oder auch 7-förmige liegen auf der Bauchseite, der Kopf auf dem oberen Ende. Der untere Arm des Seitenschläfers umarmt das Kissen, die untere Hälfte des Kissens klemmt zwischen den Knien. Die lange Seite des Kissens in C-Form liegt am Rücken an, während die kurzen Seiten oben als Kopfkissen und unten als Kniekissen verwendet werden. In das U-förmige Seitenschläferkissen kann sich der Seitenschläfer richtig einkuscheln: Die U-Form stützt zugleich den Brust- und Rückenbereich.

 

Seitenschläferkissen: Material, Füllung und Reinigung

Bei Seitenschläferkissen kann zwischen Kunst- und Naturfasern gewählt werden – beides hat Vor- und Nachteile, im Allgemeinen haben sich jedoch Kunstfasern durchgesetzt. Sie sind oft hygienischer und besser für Allergiker geeignet, weil sie für Milben und Keime keinen Lebensraum bieten. Zudem halten Kunstfasern und Schaumstoffe lange und sind insofern innovativ, als sie z.B. in Form des Memory Foams sich durch Körperwärme den Konturen des Schläfers anpassen können.
Nicht zuletzt ist bei Kunstfasern der Härtegrad variabler, da der Käufer zwischen sehr weichen Fasern und nachgiebigen Polyesterkügelchen und Mikroperlen bis hin zu festem und dichtem Schaumstoff entscheiden kann. Dagegen können Naturmaterialien wie Dinkelkissen nicht ankommen.

Vom Material sind auch Reinigung und Pflege von Seitenschläferkissen abhängig: Der Bezug eines Seitenschläferkissens sollte stets abnehmbar und waschbar sein. Oft lässt sich auch das ganze Kissen waschen – dabei aber auf den Waschzettel achten, damit das Material bei gleichbleibend hoher Qualität lange hält und seinen Zweck erfüllt.

Welches ist das beste Seitenschläferkissen? Tests, Bewertungen und Tipps für den Kauf

Einrichtungshäuser wie Ikea, der Fachhandel wie das Dänisches Bettenlager, aber auch Discounter wie Aldi und Lidl haben Seitenschläferkissen im Sortiment. Im Internet gibt es zahlreiche Tests und Bewertungen von Seitenschläferkissen – diese beziehen sich vor allem auf die Qualität und Waschbarkeit des Materials, auch enthaltene Schadstoffe und Verarbeitung gehören zu den wichtigen Prüfkriterien.

Über die Passform und die Erfüllung der individuellen Bedürfnisse können diese Tests der Seitenschläferkissen jedoch wenig aussagen. Bei Kauf und Auswahl sollten auch folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  1. Die richtige Länge des Seitenschläferkissens: Wer sich für ein rechteckiges Seitenschläferkissen für Kopf und Knie entscheiden will, sollte ein Kissen wählen, dessen Länge mindestens der Formel Körpergröße minus 30 cm entspricht.
  2. Die richtige Höhe des Seitenschläferkissens: Da mit dem Seitenschläferkissen vor allem Kopf und Wirbelsäule gestützt bzw. gerade gehalten werden sollen, kommt es hier ganz individuell auch auf die Breite der Schultern an. Schläfer mit schmalen Schultern sollten eher niedrige Kissen wählen, Menschen mit sehr breiten Schultern greifen eher zu einem höheren Kissen. Achtung, auch die Festigkeit der Matratze ist zu beachten, da die Schulter in eine weiche Matratze oder einen zusätzlichen Topper stärker einsinkt. In diesem Fall kann das Kissen etwas flacher sein, während bei einer festen Matratze (und geringer Möglichkeit einzusinken) die Lücke zwischen Kopf und Matratze größer ist: Dann sollte zu einem höheren Kissen gegriffen werden. Bei der Auswahl hilft der Fachverkäufer - viele moderne Seitenschläferkissen (in der Regel zwischen 11 und 15 cm hoch) sind aber auch höhenverstellbar.