Pflanzen im Schlafzimmer Zimmerpflanzen im Schlafzimmer: Darauf solltest du achten

 

Sie verbessern das Raumklima und sorgen für einen besseren Schlaf, sagen die einen. Sie sind ungesund und verschlimmern Atemwegsbeschwerden, kritisieren die anderen. Was dran ist an den Ansichten über Pflanzen im Schlafbereich, welche sechs Arten absolut schlafzimmertauglich sind und worauf in Sachen Pflege und Platzierung besonders zu achten ist

 

Drachenbaum: Pflanze fürs Schlafzimmer

 

Zimmerpflanzen fürs Schlafzimmer: Gesund oder ungesund?

Die gemeinhin bekannte Annahme, dass Pflanzen das Raumklima verbessern, leuchtet ein: Sie geben nachgewiesenermaßen Sauerstoff ab und reinigen die Luft von Schadstoffen, Gasen und Chemikalien. Schon Ende der 1980er Jahre riet die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA deshalb dazu, mindestens eine Zimmerpflanze pro neun Quadratmeter Wohnfläche zu platzieren – ganz nach der Devise: Je größer die Blätter, umso stärker die luftreinigende Wirkung. Andererseits fühlen sich besonders Allergiker und Asthmatiker durch Pflanzen im Schlafzimmer gestört, auch in Kinderzimmern wird von Zimmerpflanzen abgeraten. Was ist nun dran am Mythos der Schlafzimmer-Pflanzen?

 

Welche Pflanzen sollten nicht im Schlafzimmer wohnen?

Die Kritik an Zimmerpflanzen im Schlafzimmer begründet sich häufig auf Begleiterscheinungen, die mit den Pflanzen einhergehen. So stört sich der eine am Duft, der andere (z.B. Hausstauballergiker) am Staub, der sich auf Pflanzen ansammelt. Auch Blumentopferde, die bei zu hoher Feuchtigkeit anfängt zu schimmeln, kann zu ernsthaften Beschwerden führen. Oft kann man jedoch entgegenwirken: indem man zum Beispiel statt Erde Hydrokulturen oder zumindest eine dicke Drainageschicht in den Pflanztöpfen verwendet. Duftende Zimmerpflanzen sollten entweder aus dem Schlafzimmer verbannt oder nur in der Nähe des geöffneten Fensters aufgestellt werden. Pflanzen mit allergenem Potential wie Maulbeer- und Wolfsmilchgewächse, z.B. Weihnachtsstern oder Gummibaum sollten nur am besten gar im Schlafzimmer platziert werden. Auch die Birkenfeige, besser bekannt als Ficus Benjamini, sowie Korbblütler wie Chrysanthemen oder Margeriten haben aus diesem Grund im Schlafzimmer nichts verloren.

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Diese Pflanzen produzieren nachts Sauerstoff und sorgen für bestes Raumklima im Schlafzimmer

Das Tolle an luftreinigenden Pflanzen im Schlafzimmer: Es handelt sich um eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Pflanzen fühlen sich bei den vergleichsweise niedrigen Temperaturen im Schlafzimmer (empfohlen werden 18 Grad) und in der ruhigen Atmosphäre wohl. Und erhöhen dankbar die Luftfeuchtigkeit, produzieren Sauerstoff und filtern Schadstoffe wie Formaldehyde und Benzene aus der Luft – was die Zimmerbewohner mit besonders tiefem Schlaf und hoffentlich guten Träumen quittieren. Welche Zimmerpflanzen sind nun absolut uneingeschränkt fürs Schlafzimmer zu empfehlen?

 

 

1. Bogenhanf / Schwiegermutterzunge

Der Bogenhanf, auch Schwiegermutterzunge (Sansevieria laurentii) genannt, ist nicht nur dafür bekannt, Benzene (z.B. aus Zigarettenrauch und Abgasen) aus der Raumluft herauszufiltern. Mit seinen großen Blättern reguliert er außerdem die Luftfeuchtigkeit im Raum und soll entsprechend gut für Immunsystem und Atemwege sein. Auch bei Bluthochdruck und Kopfschmerzen soll die Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse helfen können.

Pflege: Bogenhanf ist relativ anspruchslos und wächst schnell. Er braucht nur wenig bis mäßig Wasser (stehendes Wasser schadet!) und steht am liebsten im Halbschatten. Wichtig für Hausstauballergiker: Mit seinen großen Blättern ist der Bogenhanf ein Staubfänger und sollte zwischendurch gereinigt werden – beispielsweise durch Abbrausen in der Dusche (gut abtropfen lassen!) oder klassisches Abstauben mit einem Handschuh.

 

 

2. Einblatt

Blütenpflanzen eignen sich grundsätzlich weniger fürs Schlafzimmer – zum einen benötigen sie oft mehr Licht als im dunklen Ruheraum vorhanden ist. Zum anderen geben sie oft Duftstoffe ab, die beim Schlafen oft stören oder gar für Übelkeit sorgen können. Das Einblatt (Spathiphyllum) spart sich diese Extravaganzen: Die Pflanze mit der edlen weißen Blüte und den dunkelgrünen Blättern gibt keine Duftstoffe ab und kann zudem Formaldehy, Trichloroethylene (TCE) und Benzene aus der Luft filtern. Allerdings sollten Allergiker wissen: Das Einblatt aus der Familie der Aronstabgewächse (Aracea) ist giftig.

Pflege: Die Spathiphyllum benötigt relativ viel Wasser und auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ein Platz auf der Heizung tut der Pflanze, die aus dem Amazonasgebiet stammt, ebenso wenig gut wie zu viel Sonne. Bei zu wenig Sonne bekommt das Einblatt grüne Blätter, bei zu viel Sonne braune.

 

 

3. Aloe Vera

Sie gehören zu den absoluten Trendpflanzen und sind mit ihrer sukkulenten, also saftreichen Struktur ein echter Schmuck im Schlafzimmer. Und wirklich gesundheitsfördernd, denn die Echte Aloë gehört als so genannte CAM-Pflanzen zu denjenigen Gewächsen, die nachts Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben – während ihre Gegenstücke, die so genannten C3-Pflanzen vorrangig tagsüber Sauerstoff produzieren. Zu den CAM-Pflanzen gehören übrigens auch Ananas-Pflanzen, Kakteengewächse und Orchideen.

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Pflege: Aloe Vera gedeiht ganz entspannt auf der Fensterbank und braucht nur wenig Wasser. Allerdings mag sie es sonnig und warm und nimmt entsprechend im Zweifel auch gern den unbeliebten Platz auf der Heizung ein.

 

 

5. Drachenbaum (Dracaena Marginata)

Auch der Drachenbaum ist für seine Fähigkeiten zur Luftreinigung bekannt. Die Pflanze filtert Formaldehyd aus der Luft (oft aus Verklebungen von Schränken etc.) und sorgt für ein gutes Maß an Luftfeuchtigkeit.

Pflege: Der Drachenbaum ist eine bescheidene Pflanze im Schlafzimmer. Er ist mit einer Raumtemperatur um die 18 Grad zufrieden, freut sich über regelmäßiges Stoßlüften und kommt mit verhältnismäßig wenig Licht aus. Sogar in dunklen Ecken fühlt sich der Drachenbaum wohl.

 

 

5. Efeutute

Achtung, auch diese Pflanze ist giftig und sollte deshalb nicht in Greifweite von Kindern und Tieren aufgestellt werden. Ansonsten sind Efeututen optimale Gäste fürs Schlafzimmer: Sie wachsen schnell, schätzen Dunkelheit und vertragen auch niedrigere Temperaturen. Die Efeutute wird von der NASA übrigens als besonders raumklimafördernd eingeschätzt – also nichts wie rein ins Schlafzimmer! Je dunkler der Standort, desto unauffälliger ist übrigens die Blattzeichnung.

Pflege: Die robusten Efeututen mögen nur eines nicht – zu viel Wasser. Ansonsten fühlen sie sich hängend oder stehend wohl. Ein heller bis halbschattiger Standort ohne Zugluft und direkte Sonne sind optimal.

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6. Palmen fürs Schlafzimmer: Goldfruchtpalme

Im Schlafzimmer sind sie sehr beliebt, weil sie mit ihren großen Blattarmen Schutz und Geborgenheit, aber auch Natürlichkeit symbolisieren. Und praktisch, weil sie durch ihre Herkunft aus dem Dschungel Halbschatten oder sogar Schatten gewohnt sind. Die Goldfruchtpalme (Dypsis lutescens), auch Areca-Palme genannt, gehört zu den mittelgroßen Gewächsen, die locker neben Kleiderschrank oder Bett platziert werden kann ohne zu viel Raum einzunehmen. Durch das Volumen ihrer Blätter trägt sie maßgeblich zu einem guten Raumklima ein, indem sie die Luftfeuchtigkeit reguliert und erhöht.

Pflege: Die Goldfruchtpalme mag viel Wasser, die Erde sollte also immer etwas feucht sein, das Wasser aber nie stehen, da die Wurzeln sonst faulen. Alle vier Wochen freut sich die Pflanze über Dünger, der Standort sollte hell bis halbschattig, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung gewählt sein.