Richtige Matratze finden Die Basis für gesunden Schlaf

Die Entscheidung für eine Matratze ist nicht unbedingt eine fürs Leben – aber immerhin doch für die nächsten acht bis zehn Jahre. So lange hält eine Matratze nämlich (mindestens!): Grund genug, sich für den Kauf Zeit und währenddessen gut beraten zu lassen. Wir erklären, welche Matratzentypen es gibt, was beim Kauf wichtig ist und welche Pflegetipps Matratzen länger frisch halten

Die richtige Matratze finden: So geht's

Wer nicht oder nicht mehr gut schläft, geht irgendwann auf die Suche nach einem Schuldigen: Neben Stress, falscher Ernährungsweise oder anderen Faktoren, die Körper und Geist beeinflussen können, ist einer der banalsten Gründe der, dass man einfach nicht mehr gut gebettet liegt. Wenn die Matratze durchgelegen, der Lattenrost alt und das Bett längst nicht mehr himmlisch weich ist, sondern eher einer Gefängnispritsche gleicht, ist es Zeit, eine neue Matratze zu kaufen - im Zweifel noch einen Lattenrost dazu (oder gleich ein ganzes Bett). Worauf muss man beim Kauf achten, worüber sollte man sich schon vorher im Klaren sein und was, wenn die frisch gekaufte Matratze dann doch nicht die richtige ist? Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten. 

 

Welche Matratzenarten gibt es?

Zu den gängigen Matratzenarten zählen Federkern, Kaltschaum, Latex und Viscoschaum.

Federkernmatratzen

Federkernmatratzen bestehen im Inneren aus Hunderten kleiner Stahlfedern, die in Stoffsäckchen eingefasst und miteinander verbunden sind. Diese Federn werden durch das Gewicht des Schlafenden unterschiedlich stark eingedrückt, sodass sich die Matratze dem Körper anpasst und ihn gut abstützen kann.

Moderne Taschenfederkernmatratzen sind in bis zu sieben Zonen mit unterschiedlich harten Federn unterteilt. So gibt die Matratze im Schulterbereich stärker nach als zum Beispiel auf der Höhe der Füße. Ummantelt werden die Federkerne mit Kaltschaum.

Für besonders leichte Menschen und die zahlreichen Seitenschläfer bieten Federkernmatratzen die beste Unterstützung. Auch stark schwitzende Schläfer entscheiden sich gerne für die Federkernmatratze, da sie Feuchtigkeit und Wärme schnell ableiten und so eine gute Durchlüftung möglich ist.

 

Kaltschaummatratzen

Kaltschaummatratzen entstehen durch das Aufschäumen von Kunststoffen in kalter Luft. Dabei bildet sich eine poröse Struktur, die eine gute Luftzirkulation und damit den Abtransport von Feuchtigkeit ermöglicht. Bereiche unterschiedlicher Härte werden durch Aussparungen im Schaumkern gebildet – fünf bis sieben Zonen sind üblich.

Kaltschaummatratzen haben trotz ihres Namens eine sehr gute Wärmeisolation und eignen sich daher eher für Frierer als für Schwitzer. Allergiker schätzen sie wegen ihrer geringen Anfälligkeit für Milbenbefall. Bei der Auswahl einer Kaltschaummatratze ist das sogenannte Raumgewicht wichtig, es bezeichnet die Dichte des verwendeten Schaums: Je höher es ist, desto hochwertiger ist die Matratze. Von Experten wird ein Raumgewicht von mindestens 40 Kilogramm pro Kubikmeter empfohlen.

 

Latexmatratzen

Latex ist ein Material, das durch das Aufschäumen von synthetischem oder natürlichem Kautschuk entsteht. Das mit Hilfsstoffen aufgeschäumte Rohmaterial wird in Stahlformen mit Heizstiften vulkanisiert – dabei gilt: Je mehr Kautschuk für einen Kern verwendet wird, desto fester wird die Matratze. Auch die Anzahl und Dicke der Stifte beeinflussen Liegeeigenschaften und Komfortzonen der Matratze.

Latexmatratzen sind formstabil und passen sich dem Körper des Liegenden gleichzeitig sehr gut an. Je nach Qualität verfügen sie über verschiedene Liegezonen und einen dickeren Kern, so kann der Körper optimal abgestützt werden. Latexmatratzen können aufgrund ihrer Elastizität gut mit verstellbaren Lattenrosten verwendet werden, sie haben allerdings ein relativ hohes Eigengewicht und können nicht so leicht gedreht und gewendet werden.

Matratzen mit Latexkern werden gerne von Allergikern (eine Ausnahme sind natürlich Latexallergiker) gewählt, da sie einen schlechten Nährboden für Hausstaubmilben bieten. Einige Hersteller und Fachgeschäfte führen Latexmatratzen allerdings nicht mehr – neben dem hohen Preis und Gewicht wird auch seine vergleichsweise geringe Luftzirkulation kritisiert.

Viscoschaummatratze

Viscoschaum, auch Memory Foam genannt, stammt eigentlich aus der Weltraumforschung. Heute entscheiden sich vor allem Menschen mit orthopädischen Beschwerden oder verspannten Muskeln für Kissen oder Matratzen aus Viscoschaum. Dabei handelt es sich um einen thermoelastischen Schaumstoff, der sich der Körperform anpasst und ein druckfreies und fast „schwereloses“ Liegegefühl erzeugt. Viscoschaummatratzen werden in der Regel mit anderen Matratzenarten kombiniert: So wird eine Schaumlage etwa auf einen Matratzenkern aus Taschenkern oder Kaltschaum aufgetragen.

Für die Auswahl und Verwendung von Memory-Foam-Matratzen gibt es zwei Faustregeln:

  1. Je wärmer der Viscoschaum wird, desto weicher wird er. Deshalb muss sich beim Probeliegen besonders viel Zeit genommen werden: Der ganze Effekt der Viscoschaummatratze kommt erst zur Geltung, wenn sie durch den Körper erwärmt wurde. Für Menschen, die gerne in kalten Räumen schlafen, ist das Material weniger geeignet – ebenso für starke Schwitzer, da der Schaum nicht gut durchlüftet ist.
  2. Je dicker die Viscoschaumschicht, desto „schwebender“ ist das Liegegefühl. Allerdings werden damit Bewegungen wie Drehen schwieriger – das ist besonders für unruhige Schläfer relevant.

 

Tipps für Auswahl, Kauf und Rückgabe der Matratze: Hier geht's weiter auf Seite 2!