Christbaum: Tipps zu Kauf und Pflege Der große Christbaum-Guide

Jedes Jahr dasselbe Spiel: Die Suche nach dem Weihnachtsbaum beginnt viel zu spät, erste Panik macht sich breit, ob überhaupt noch einer der „guten Bäume“ zu haben ist – und am Ende steht man ratlos vor unzähligen Bäumen verschiedener Sorten und kann sich nicht entscheiden. Kommt dir dieses Szenario bekannt vor? Dann ist dieser Beitrag dir gewidmet, denn er führt dich durch alle Schritte zum perfekten Christbaum - von der Auswahl über Kauf und Transport bis hin zum Aufstellen, der richtigen Pflege und (ganz wichtig!) der fachgerechten Entsorgung nach dem Fest.

Auswahl des Weihnachtsbaums

Welcher Baum ist der richtige für meine Wohnung oder mein Haus? Wo soll er stehen und wie pflege ich ihn richtig, dass er nicht – wie im vergangenen Jahr – wieder das ganze Wohnzimmer vollnadelt? Wer auf diese Frage nicht aus dem Stegreif eine Antwort weiß, muss sich nicht schlecht fühlen: Weihnachtsbaum-Experten sind – bei maximal einem Kauf pro Jahr – sicherlich die wenigsten von uns. Die folgenden 9 Fragen und Antworten machen dich zum Christbaum-Profi!

Tanne, Kiefer, Fichte: Welcher Christbaum ist der richtige und passt perfekt zu meinem Wohnzimmer und meinen Deko-Wünschen?

Rund 70 Prozent der Christbaum-Käufer entscheiden sich für eine Nordmanntanne, die mit ihren dunkelgrünen Nadeln, einer langen Haltbarkeit und einem kräftigen Wuchs der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen ist. Doch es gibt auch noch andere Weihnachtsbaumarten, die je nach Stilempfinden, vorhandenem Platz und Budgetbewusstsein zu Weihnachten leuchten dürfen.

Günstiger als die Nordmanntanne sind Fichte und Kiefer, die wunderbar duften, allerdings schon recht bald ihre Nadeln verlieren. Wer seinen Baum nicht bis zu Neujahr behalten will, entscheidet sich für Fichte, Rotfichte oder Kiefer, die erst kurz vor Weihnachten geschlagen werden. Doch Achtung: Alle drei Weihnachtsbaumarten sind aufgrund von Wuchs und Nadeln nicht ganz so leicht zu schmücken.

Etwas außergewöhnlicher im Aussehen sind die Blaufichte mit blau schimmernden, stechenden Nadeln und ausgeprägtem Duft, die sich gut für Echtkerzen eignen. Sie liegt preislich etwa auf einem Niveau mit der Nordmanntanne. Die Colorado-Tanne mit silber-grauen Nadeln und Zitrus-Duft ist selten zu finden und recht teuer. Beide Weihnachtsbaumarten eignen sich für außergewöhnliche Dekorationen (auch mit traditionellem Weihnachtsschmuck! Hier zeigen wir Inspirationen!).

Besonders lange haltbar und klassisch im Aussehen ist die Edel- oder Nobilistanne. Sie eignet sich mit ihrem kompakten Wuchs und den weichen, dicken Nadeln gut für Haushalte mit Kindern. Auch ihr Preis liegt in etwa auf einem Level mit der Nordmanntanne.

Galerie: Traditionellen Weihnachtsschmuck modern inszenieren

Wo kaufe ich meinen Christbaum am besten?

Erhältlich sind Christbäume mittlerweile fast überall – vom Discounter über Bau-, Wochen- und Weihnachtsmärkte bis hin zu Forstbehörden und Baumschulen, aber auch auf Bauernhöfen und in Online-Shops werden Weihnachtsbäume angeboten. 

Am fachkundigsten ist die Beratung sicherlich in Baumschulen und Forstwirtschaften. Der Gärtner oder Förster weiß viel über die unterschiedlichsten Sorten, ihre Pflege und den Transport. Allerdings muss der Baum oft selbst geschlagen werden. Hier findest du Tipps, wenn du deinen Christbaum selbst schlagen willst!

Auch auf Bauernhöfen muss bzw. kann der Baum oft selbst geschlagen werden. Vorteil: Der Baum stammt definitiv aus der Region, hat kurze Transportwege und kann oft vor dem Kauf noch in Lebensgröße begutachtet werden, statt den Baum wie im Super- oder Baumarkt im bereits umnetzten Zustand die „Katze im Sack“ kaufen zu müssen.

Apropos Transportweg: Die Bäume, die wir in Discountern, in vielen Baumärkten oder auf dem mobilen Verkaufsplatz vor dem Möbelhaus oft schon ab Ende November kaufen können, stammen oft aus Skandinavien oder Osteuropa. Das bedeutet: Sie haben schon eine lange Reise hinter sich und sind sicher nicht mehr ganz frisch, wenn sie bei uns zu Hause ankommen. Zudem sind die Stellflächen bei derlei Marktangeboten klein – der Baum kann sich mit seinen Ästen nicht entfalten. Hier lohnt sich ein Blick aufs „Kleingedruckte“, wem Haltbarkeit, Herkunft und Nachhaltigkeit wichtig sind.

Wer seinen Baum im Online-Shop kauft, hat viele Optionen: Wählbar sind nicht nur die Sorte, sondern auch der Umfang und die Größe des Baums. Außerdem kann man Weihnachtsbäume im Topf, geschmückte und ungeschmückte Varianten kaufen – oder sich für eine Mietvariante entscheiden, bei der der Baum nach dem Fest wieder abgeholt wird. Allerdings vertraut der Käufer auf die Darstellung im Netz und kann sich nicht sicher sein, ob sein Baum dem Foto wirklich entspricht. Hier macht es Sinn, Shop-Bewertungen anderer Käufer zu lesen oder sich einfach einen Shop von Freunden oder Bekannten empfehlen zu lassen.

Woran erkenne ich Frische und Qualität bei einem Christbaum?

Wer keine Baumschule in der Nähe hat oder keine langen Transportwege auf sich nehmen will, kauft den Baum bei nächster Gelegenheit – sprich: im Einkaufsmarkt oder auf dem Wochenmarkt um die Ecke. Auch der Laie kann hier mit wenigen Blicken und drei Qualitätskriterien feststellen, wie frisch der Baum noch ist:

  1. Je heller die Schnittstelle, umso frischer ist der Weihnachtsbaum.
  2. Die Nadeln sollten grün sein und ganz leicht glänzen. Nach ein bis zwei Wochen verlieren die Nadeln diesen Glanz und färben sich gräulich.
  3. Bei leichtem Druck auf starke Äste sollte auf der Hand ein leichter Harzgeruch und eine leicht klebrige Textur zurückbleiben.

Nicht zuletzt lässt die Aufbewahrung des Baums im Handel auf seine Frische schließen: Regen und Schnee draußen machen der Frische des Baums nichts aus! Wird der Baum allerdings offensichtlich im Verkaufsraum aufbewahrt, verkürzt sich seine Haltbarkeit beträchtlich.

Wie sollte der Christbaum transportiert werden?

Besonders beim selbst geschlagenen Christbaum stellt sich diese Frage. Das Wichtigste zuerst: Der Baum sollte sicher auf dem Dach oder Anhänger des Autos befestigt werden. Wer seinen Baum nicht einnetzen will oder kann und wem keine spezielle Baumtransporttasche zur Verfügung steht, kann ihn mit einer Decke schützen. Experten empfehlen außerdem, den Baum mit dem Stamm in Fahrtrichtung zu transportieren, da im Gegenwind dann weniger Äste brechen oder sich aufstellen. Wer sich den Transport nicht zumuten will, kann Gärtnereien und Baumschulen nach einem Lieferservice fragen - oder den Baum direkt online bestellen.

Wie lagere ich den Christbaum vor dem Fest richtig – und wann darf er frühestens ins Haus?

Frisch geschlagene Bäume sollten so lange wie möglich draußen an der Luft, an einem möglichst frostfreien und schattigen Ort stehen bleiben. Witterung und Kälte machen dem Baum an sich nichts aus, auch das Transportnetz kann bleiben. Um die Schnittstelle zu erneuern, sollte der Baumstamm nach Möglichkeit circa einen Zentimeter gekürzt werden, so kann er Feuchtigkeit besser aufnehmen. Statt in einem Eimer Wasser (könnte bei Frost gefrieren) sollte der Baum Standstabilität und Feuchtigkeit in einem Behälter mit feuchtem Sand finden. Sollte der Baum dennoch gefroren sein, braucht er einige Tage zum Auftauen und Akklimatisieren in einem unbeheizten Raum.

Wer den Baum von vornherein im Keller oder der Garage lagert (hier ist der Eimer Wasser der beste Baumständer!), sollte auch auf nicht zu trockene Luft und kühle Temperaturen achten. Frisch geschlagene Bäume sollten möglichst spät ins warme Wohnzimmer einziehen, also am besten direkt vor Weihnachten.

Für Weihnachtsbäume im Topf gelten andere Regeln – hier findest du Tipps, wie du den Baum schrittweise an die Wärme im Haus gewöhnst!

Worauf muss ich beim Aufstellen des Christbaums achten?

Zu allererst mal: auf den richtigen Standort! Der sollte nämlich definitiv nicht vor der Heizung sein. Auch auf direktes Sonnenlicht kann der Baum verzichten – nicht jedoch auf genug Platz, um seine Äste zu entfalten. Diese brauchen, nachdem der Baum aus dem Netz entfernt wurde, übrigens bis zu zwei Stunden Zeit, um sich wieder in die natürlich gewachsene Position zurück zu bewegen.

Wurde der Christbaum länger als drei Wochen draußen gelagert, solltest du vor dem Aufstellen noch mal eine dünne Scheibe vom Stamm absägen, damit die Kapillaren wieder offen sind für die Wasseraufnahme.

Übrigens: Erst nach dem möglichst geraden Aufstellen des Baums im Christbaumständer sollte das Netz von unten nach oben aufgeschnitten werden, damit die Äste nicht brechen oder unnötig Nadeln verlieren. Danach kann der Baum auch nachjustiert und gerade ausgerichtet werden.

 

Welches ist der richtige Baumständer für meinen Christbaum?

Wem der geschmückte Baum zum Fest nicht entgegenfallen soll, sollte in einen hochwertigen und vor allem zum passenden Christbaumständer investieren. Der Ständer sollte in jedem Fall über TÜV- und GS-Siegel verfügen sowie auf der Verpackung eine maximale Höhe des Baums angeben. Auch ein Wassertank sollte in den Ständer integriert sein. Besonders sicheren Halt hat der Baum in einem Christbaumständer mit hohem Gewicht und großem Durchmesser.

In Sachen Mechanik haben sich zwei Methoden durchgesetzt:

  • Bei der Schraubentechnik wird der Baum mit bis zu vier Flügelschrauben fixiert, die in den Baum hineingeschraubt werden. Diese recht traditionelle Technik ist vor allem in den älteren Ständern verbaut und benötigt Kraft. Und einen möglichst ebenen Stamm – sollte dies nicht der Fall sein, muss der Teil des Stamms, der eingespannt wird, vor dem Aufstellen bearbeitet werden.
  • Moderne Christbaumständer mit einem Seilzugmechanismus arbeiten mit vier Klemmen oder Krallen, die mittels eines Fußpedals gespannt werden. Der Baumstamm wird hier zunächst auf einen Dorn gesetzt und der Fußhebel so lange betätigt, bis der Baum gehalten wird und gerade steht. Großer Vorteil: Christbaumständer mit Seilzugtechnik können von einer Person bedient werden, zudem sind sie in der Regel mit einem Wassertank ausgestattet.
Extra-Tipp zum Aufstellen des Baums: Wer noch keine Erfahrung mit dem Aufstellen des Christbaums hat, das Fest alleine feiert oder einfach nur den vorprogrammierten Streit mit dem Partner vermeiden will, investiert in einen Baumständer mit Seilzugmechanismus. Dieser unterteilt das Aufstellen in mehrere Schritte (Baum auf Dorn setzen, Baum fixieren, Baum gerade justieren) und macht die Aktion sogar für eine Person leicht machbar. 

 

Wie viel Wasser braucht mein Christbaum?

Sowohl während der Lagerung im Keller als auch im warmen Wohnzimmer braucht der Weihnachtsbaum täglich Wasser. Wie viel das ist, richtet sich nach Sorte, Größe und Standort des Baums. Die Richtlinie für Laien ist folgende: Der Wasserbehälter des Christbaumständers sollte niemals leer sein und täglich überprüft werden.

Wie entsorge ich meinen Christbaum?

Wer keinen Mietservice in Anspruch genommen hat, bei dem der Baum nach Weihnachten wieder abgeholt wird, muss sich nach dem Fest um die Entsorgung kümmern. Hier gilt es, die Regeln der Gemeinde zu befolgen: Einige (aber nicht alle!) bieten den Service, den abgeschmückten Baum vom Straßenrand wieder einzusammeln. Auch kommunale Sammelstellen werden von den Gemeinden vor dem Fest kommuniziert. Wer einen Garten hat, kann die Äste absägen und als Abdeckung für Beete verwenden. Auch gemeinnützige Vereine bieten je nach Ort die Abholung gegen eine kleine Spende ab, hierzu auf Flyer und Ankündigungen im Internet achten. Den Baum auf eigene Faust in den Wald zurückzubringen, ist übrigens die schlechteste Lösung: Hier würde er einfach verdörren und Überreste von Baumschmuck die Umwelt verschmutzen.